Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
7. April 2010 Bürgerschaftsfraktion

Senat treibt Gentrifizierung gezielt voran

In der heutigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses findet anlässlich der Großen Anfrage Fraktion DIE LINKE "Gentrifizierung oder: Aufwertung und Verdrängung in Hamburger Stadtteilen" (Drs. 19/4468) und eines Antrags der SPD eine Expertenanhörung zum Thema Gentrifizierung statt.

"Die breite Gegenbewegung in der Stadt gegen Gentrifizierung und soziale Spaltung erregt seit kurzem die Aufmerksamkeit des schwarz-grünen Senats. Gentrifizierung wird aber bisher als Problem nur verwaltet und nicht ernsthaft bekämpft, denn grundsätzlich steht der Senat dieser Entwicklung positiv gegenüber", erklärt Dr. Joachim Bischoff, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE.

Durch die HafenCity, den Sprung über die Elbe und Bauprojekte, wie sie beispielsweise für die "Tanzenden Türme", am Schlachthof und für das Altonaer Bahnhofsgelände geplant sind, wird diese Entwicklung gezielt vorangetrieben. So liest man in der Antwort auf die Große Anfrage der LINKEN: "Eine starre Festschreibung der jeweiligen Bevölkerungsmischung ist nicht gewollt und auch nicht möglich", weiter geht der Senat nach eigenen Angaben von einer "grundsätzlich gewollten Attraktivitätssteigerung" aus.

Insbesondere im Hinblick auf die stark steigenden Mieten (vor allem bei der SAGA GWG) und die Umwandlung zahlreicher Mietwohnungen in Eigentumswohnungen, können es die um ihr Bleiben im Stadtteil ringenden BewohnerInnen von St. Pauli, St, Georg, dem Schanzenviertel und anderen innenstadtnahen Quartieren nur als Affront empfinden, wenn im gleichen Schriftstück der Satz fällt: "Gleichwohl gibt es keine Hinweise darauf, dass in diesen Vierteln aktuell 'größere Teile der Einwohnerschaft' von Verdrängung bedroht wären."

"Der Sinneswandel, der sich in den etablierten Parteien immerhin abzuzeichnen beginnt, ist vor allem eine Reaktion auf die Netzwerkbewegung 'Recht auf Stadt'. Die Forderung nach einer sozialen Stadt, jenseits des angehimmelten 'Unternehmens Hamburg', tritt zunehmend in den Vordergrund. Eine erfolgreiche Stadtentwicklung kann es nur gemeinsam mit den Menschen und ihren Initiativen vor Ort geben", schließt Dr. Bischoff.