
DIE LINKE,
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Die Finanzsituation der FHH für 2009 und 2010 ist schwierig. Angesichts der Rückwirkungen der Finanzkrise (HSH Nordbank), der sich abzeichnenden Weltwirtschaftskrise, aber auch der politischen Fehlentwicklungen (Elbphilharmonie) sind die Haushalts- und Finanzplanungen des schwarz-grünen Senats völlig aus dem Gleis gelaufen.
Die Mehrausgaben stehen überwiegend im Zusammenhang mit den aktuellen Krisenerscheinungen und der politischen Absicht, die soziale Spaltung zu bekämpfen und eine Stabilisierung des regionalen Arbeitsmarktes zu erreichen.
DIE LINKE setzt sich für das Haushaltsjahr 2009 – gerade unter dem Blickwinkel der Wirtschaftskrise – für ein umfassendes Landesprogramm gegen Armut und soziale Spaltung, die Abschaffung der Ein-Euro-Jobs und die massive Ausweitung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in den Bereichen Bildung, Schule, Soziale Dienste und Stadtentwicklung ein. Insgesamt dürften mit diesem Programm ca. 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und weitere 40.000 bestehende stabilisiert werden können.
Der gegebene Einnahmerahmen des Haushaltes reicht nicht aus, einen ausgeglichenen Haushalt zu verwirklichen. Schon der vorgelegte Haushaltsentwurf weist wegen geringerer Steuereinnahmen und Mehrausgaben ein Defizit von 1,7 Mrd. € aus. Eine Ausweitung der öffentlichen Schulden ist in der Wirtschaftskrise unvermeidlich. Die politische Debatte geht also darum:
Die LINKE fordert die Erweiterung des Haushaltes 2009 in Richtung eines bürgerbezogenen Strukturprogrammprogramms. Die Bekämpfung der sozialen Spaltung und die Ausweitung von öffentlichen, sozialen und kulturellen Dienste sind nicht nur der wirksamste Beitrag gegen die Wirtschaftskrise, sondern auch der Einstieg in eine andere Politik- und Gesellschaftsentwicklung. Hamburg hat – nicht zuletzt mit Blick auf den großen Bereich öffentlicher Unternehmen – gute Voraussetzung aus eigener Kraft einen Beitrag gegen die Wirtschaftskrise zu leisten.
Wolfgang Joithe, sozialpolitischer Sprecher, kritisierte bei der heutigen Vorstellung der sozial- und arbeitsmarktpolitischen Eckpunkte der Fraktion die vom Senat vorgestellte "Hamburger Konjunkturoffensive" als eine Politik der sozial- und arbeitsmarktpolitischen Defensive. Gerade einmal 77 Mio. Euro sind zu wenig und nicht nachhaltig, sagte Joithe.
DIE LINKE fordert dahingegen die Schaffung von 13.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in öffentlicher Beschäftigung und ein entschlossenes Umsteuern in der Sozialpolitik. Anstatt hunderte Millionen Euro in Prestigeprojekten zu versenken, die für die breite Bevölkerungsschichten ohne den geringsten Nutzen sind, muss vorrangig die Armut und soziale Spaltung der Stadt bekämpft werden.
"Es muss Schluss sein, mit der sozialadministrativen Drangsalierung von unverschuldet in soziale Not geratenen Menschen", fordert Joithe. "DIE LINKE macht mit ihren Anträgen für ein bezahlbares Sozialticket, kostenloses Mittagessen in Schulen, die Schaffung eines Notfonds für psycho-sozial in Not geratene Menschen und die Abschaffung der entwürdigenden Ein-Euro-Jobs vor, wie eine solidarische Sozialpolitik aussieht, die soziale Ausgrenzungen überwindenden kann."
Kersten Artus forderte angesichts der Krise mehr Mittel für die sozialen Projekte in Hamburg:
"Die Krise wird nicht spurlos an Hamburg vorübergehen. Die Stadt muss ihre Bürgerinnen und Bürger schützen vor den schlimmsten Auswirkungen. Erwerbslosigkeit mit allen ihren Folgen: Daher fordern wir den Senat auf, einen Notfonds in Höhe von 225 Millionen Euro aufzulegen, aus dem die sozialen Projekte dieser Stadt zusätzliche Mittel abrufen können: Für Stadtteil- und Migranten-, Jugend-. und Frauenarbeit, Familien- und Seniorenbetreuung. Weiterer Obdachlosigkeit muss gezielt mit Angeboten begegnet werden. Dies alles muss rechtzeitig geschehen, damit nicht erst eine katastrophale Verelendung mit unkalkulierbaren Auswüchsen einsetzt. Gezielt fordern wir außerdem Unterstützung für Fraueneinrichtungen wie das Altonaer Flaks, den Lesbenverein Intervention und das Prostituiertenprojekt Tampep."