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11. Februar 2011 Bürgerschaftsfraktion

Schweinegrippe bei ungeimpften Kindern häufig gefährlich – der Senat sieht keinen besonderen Aufklärungsbedarf!

Der Anstieg der Influenza-Aktivität in der Bevölkerung wird nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Influenza zurzeit hauptsächlich durch eine erhöhte Krankheitslast in der Altersgruppe der Klein- und Schulkinder verursacht. Wie eine schriftliche Anfrage der LINKEN vom 01.02.2011 (Drs. 19/8532) ergeben hat, betrifft auch in Hamburg die Mehrzahl der im Rahmen des saisonalen Grippegeschehens gemeldeten Fälle von Infektionen mit den derzeit zirkulierenden Grippeviren gegenwärtig gerade Kinder bis 14 Jahre.

Wie der Senat mitteilt, empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) allen Personen mit chronischen Erkrankungen, unabhängig vom Alter, sich gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. Der Landesverband Hamburg des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte habe zudem keine hiervon abweichenden Empfehlungen zur Grippeschutzimpfung ausgesprochen. Seit Oktober 2010 führe die zuständige Behörde ihre jährliche Influenza-Impfkampagne durch, die sich an der STIKO-Empfehlung orientiert und daher keinen spezifischen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche habe. Eine Anfrage in vier Hamburger Krankenhäusern mit pädiatrischem Behandlungsschwerpunkt habe ergeben, dass in dem Zeitraum vom 27. Dezember 2010 bis zum 25. Januar 2011 insgesamt 33 Kinder im Alter bis 15 Jahre wegen einer Grippe stationär behandelt wurden. Davon war ein Kind intensivpflichtig. Bei 23 Kindern wurde der Erreger der Schweinegrippe A (H1N1) 2009 nachgewiesen. Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie zum Beispiel chronischer Herz-, Kreislauferkrankungen und chronische Krankheiten der Atmungsorgane, die an einer Grippe erkranken, unterlägen dem Risiko eines schwereren Verlaufs der Erkrankung.

Dazu erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: „Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts war die vorige Pandemie durch das Schweinegrippe-Virus nicht ganz so harmlos, wie oft vermutet. Fast 100 Kinder und Jugendliche erkrankten schwer, 15 starben. In den drei Grippesaisons zuvor gab es insgesamt nur zwei Todesfälle durch Influenza in dieser Altersgruppe. Die deutsche und damit auch die Hamburger Impfstrategie ist dabei verwirrend: Einerseits sollen die Risikogruppen geimpft werden, andererseits bestehen schwere Verlaufsformen bei gerade bei ungeimpften Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 50 Jahren. Die Ständige Impfkommission rät daher, Kinder mit Grunderkrankungen gegen Grippe impfen zu lassen. Kinderärzte empfehlen durchaus auch die Immunisierung sogar für alle Kinder. Noch läuft die Grippesaison. Der Senat gibt selbst an, dass der Höhepunkt der saisonalen Influenza-Erkrankungszahlen in Hamburg erfahrungsgemäß jeweils etwa Anfang bis Mitte Februar zu verzeichnen ist. Da etwa 14 Tage nötig, bis sich der Impfschutz aufgebaut hat, wäre es nach Auffassung DER LINKEN höchste Zeit, die Bevölkerung noch einmal gründlich über die aktuelle Situation aufzuklären, damit die Eltern besser informiert sind und eigenverantwortlich die beste Entscheidung für ihre Kinder treffen können.