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8. Dezember 2011 Bürgerschaftsfraktion

Schulsenator Rabe setzt als KMK-Vorsitzender falsche Prioritäten

Heute wird Schulsenator Rabe zum Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz gewählt. Damit wächst seine Verantwortung und sein Einfluss auf die Bildungspolitik in der ganzen Republik.

Dazu erklärt Dora Heyenn, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: "Ich gratuliere Herrn Rabe, dass er den Vorsitz der KMK übertragen bekommt und hoffe, dass er die richtigen Weichen stellt. Ob das Zentralabitur die höchste Priorität für die Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems hat, wage ich zu bezweifeln. Schon heute können Münchnerinnen in Hamburg und Hamburger in München studieren. Ein Einheitsabitur auf Bundesebene führt zur Einschränkung von Wahlfreiheiten für Schülerinnen und Schüler und dazu, dass die letzten Monate vor dem Abi nur noch Abiturprüfungen der letzten Jahre gepaukt werden."

Anders sieht es aus mit dem Übergang von der Schule in den Beruf. Die Versäumnisse der letzten zehn Jahre haben gewaltige Probleme hervorgerufen und mehrere Generationen von Schulabgängern sind schlicht chancenlos geblieben und bis heute von einer "normalen" Berufstätigkeit ausgegrenzt. Neben der Inklusion ist das eines der dringendsten Aufgaben, für die die KMK Lösungswege im föderativen Schulsystem aufzeigen muss.

Abschließend erklärt Dora Heyenn: "Wenn Schulsenator Rabe verkündet, es müsse wieder selbstverständlich werden, dass junge Leute nach dem Realschulabschluss unmittelbar in eine duale Ausbildung gehen, dann gibt er damit zu, dass es heute für diese Jugendlichen keineswegs selbstverständlich ist. In Hamburg trifft es nur für 20% der RealschülerInnen zu und diejenigen, die maximal mit einem Hauptschulzeugnis die Schule verlassen, erhalten gar nur zu 10% einen Ausbildungsplatz.

Es ist zwar richtig, dass die Bürgerschaft einstimmig ein neues Konzept für den Übergang Schule/Beruf beschlossen hat, aber ob es wie Senator Rabe sagt ,Vorbildcharakter' für alle anderen Bundesländer hat, das muss erst noch in der Praxis bewiesen werden. Die ersten belastbaren Daten werden allerdings erst vorliegen, wenn Rabe nicht mehr KMK-Vorsitzender ist."