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17. November 2011 Bürgerschaftsfraktion

Schulinspektions-Ergebnisse: SPD heizt Bildungspanik an

© pixelio / Dieter Schütz

Senator Rabe redet gern vom "Schulfrieden". Tatsächlich schafft er aber viel Unfrieden. Genannt seien nur die Ganztagsbetreuung, die Inklusion, der Einsatz von Honorarkräften oder die Streichung vom Weihnachtsgeld. Jüngstes Beispiel ist die Forderung des schulpolitischen Sprechers der SPD-Bürgerschaftsfraktion, die Schulinspektions-Ergebnisse der einzelnen Schulen im Internet zu veröffentlichen, womit quasi ein Schulranking entstehen würde. Das solle den Eltern bei der Schulwahl helfen. Aber ist damit den Eltern geholfen?

Dazu erklärt Dora Heyenn, schulpolitische Sprecherin der LINKEN: "Es werden sich alle Eltern auf die angeblich besten Schulen stürzen und es wird ein gnadenloser Kampf um einen Schulplatz beginnen. Das steht im krassen Widerspruch zu der Regelung, dass die Länge des Schulweges für die Schulwahl das oberste Kriterium sein soll. Schon jetzt haben Schulen in weniger attraktiven Stadtteilen und mit schwieriger und auch leistungsmäßig eher schwacher Schülerschaft Schwierigkeiten, Lehrkräfte zu finden. Wenn jetzt noch ein Ranking hinzukommt, werden sie abgehängt und dann bleiben die Kinder auf der Strecke, deren Eltern als "bildungsfern" bezeichnet werden. Der Vorschlag der SPD ist deshalb unsozial und verschärft die soziale Spaltung der Gesellschaft."

Die Personalunion zwischen schulpolitischem Sprecher der SPD-Fraktion und Schulinspektor stellt für DIE LINKE ein Problem dar. Herr Holster ist befangen und unter gleichzeitig unter Rechtfertigungsdruck.
Nach Ansicht der LINKEN ist die Schulinspektion ein untaugliches Mittel zur Verbesserung des Unterrichts: Erstens werden Parameter, mit denen Unterricht "gemessen" werden sollen, angewandt, die aus der Wirtschaft und der Industrie stammen. Menschen sind aber keine Fließbandteile. Zweitens haben zwei Jahresberichte der Schulinspektion zutage gefördert, dass der Unterricht in den letzten vier Jahren eine gerade noch "messbare" Verbesserung des Unterrichts um 0,2 Punkte gebracht hat und der Lernerfolg der Kinder immer noch zu 98 % von der Lehrerpersönlichkeit abhängt.

"Das Instrument der Schulinspektion ist untauglich", so Dora Heyenn. "DIE LINKE bringt einen Antrag in die Haushaltsberatungen ein, in dem die Abschaffung er Schulinspektion gefordert wird. Die freiwerden Mittel sollen in die Fortbildung der Lehrkräfte gesteckt werden, dazu gehören auch gegenseitige Hospitationen."

"Der jetzige Bürgermeister Olaf Scholz hatte im Wahlkampf versprochen, er wolle die Schulen zu ,Palästen' machen. Der Vorschlag der SPD geht in die andere Richtung. Er schafft ein paar Paläste und viele Hütten. DIE LINKE will dagegen, dass wir überall gute Schulen haben", schließt Heyenn.