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17. Juli 2016 Bürgerschaftsfraktion

Salafistinnen hetzen anders

Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion

Den Salafismus halten viele in erster Linie für ein männliches Phänomen. Doch auch Frauen und Mädchen verfallen dieser radikal-islamistischen Ideologie. Manche in so extremem Maße, dass sie in den „Heiligen Krieg“ ziehen – auch von Hamburg aus.

Auf Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft teilte der Senat nun mit, dass dem Landesamt für Verfassungsschutz immerhin 91 Hamburger Salafistinnen bekannt sind, darunter vier minderjährige. Von den 91 Frauen werden 23 sogar als Dschihadistinnen eingestuft, also als gewaltbereit. 12 Hamburger Frauen sind seit 2013 in Dschihadgebiete ausgereist.

Der weibliche Salafismus spielt sich dabei mehr im Verborgenen ab als der männliche. Privatwohnungen seien bei Salafistinnen - anders als bei Salafisten - die wichtigsten Treffpunkte, teilt der Senat mit. Auch seien von den Frauen keine Straßenmissionierungsaktionen bekannt: Sie werben eher in Internetforen und sozialen Netzwerken.

Dazu Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Der Senat ist durchaus bemüht, Präventionsangebote einzurichten, die sich speziell an junge Frauen richten. Diese sind zum jetzigen Zeitpunkt aber noch sehr entwicklungsfähig. Sie sollten schnellstmöglich ausgebaut werden und auch wirklich frauenspezifische Probleme aufgreifen. Wir werden weiter beobachten, wie sich diese Maßnahmen entwickeln.“

Anlage: SKA 21-5139