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14. April 2010 Bürgerschaftsfraktion

SAGA kündigt Infoladen Wilhelmsburg - LINKE fordert Rücknahme der Kündigung

Vor rund zwei Jahren eröffneten junge Leute - teilweise mit günstigen Mieten angezogen, um den Stadtteil Wilhelmsburg um eine wichtige kulturelle Facette zu erweitern - in der Fährstraße 10 den alternativen "Infoladen Wilhelmsburg". Nach dem Selbstverständnis der NutzerInnen sollte dieser ein Raum sein, der jenseits von Kommerz "offen ist für alle, die sich politisch, sozial und gesellschaftlich interessieren". Auf gerade einmal 28 qm wurde ein niedrigschwelliger Treffpunkt geschaffen, in dem "miteinander gesprochen, sich ausgetauscht, geholfen, gemeinsam Zeit verbracht" wird. Diesem Infoladen wurde nun zum 30. Juni 2010 durch den Vermieter SAGA GWG gekündigt. Den BetreiberInnen des Treffpunkts zufolge sei ihnen gegenüber ausgeführt worden, dass die "IBA-feindliche Haltung des Ladens" ein Kündigungsgrund sei, schließlich sei die SAGA GWG Partner der Internationalen Bauausstellung (IBA).

Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff, erklärt dazu:

"Erst locken die Stadt und Hamburgs öffentliches Wohnungsunternehmen junge Menschen nach Wilhelmsburg, um die Bevölkerungsstruktur und das kulturelle Klima zu beeinflussen, und dann erweisen sich diese sich als stromlinienförmig, wie man sich das offenbar gewünscht hat. Das ist ein Armutszeugnis der verantwortlichen Stellen und passt leider nur allzu gut in das Bild, das der Senat, die SAGA GWG, die IBA und die igs zurzeit auf der Elbinsel abgeben: Tausende Bäume abholzen für eine Gartenschau (!), die Mieten deutlich erhöhen, weitere Leuchtturmprojekte in die Welt setzen, neue Autobahnen bauen ...

Wer den Dialog mit jungen Menschen will, der muss sich auch auf eine Auseinandersetzung mit kritischen Positionen einlassen, davon lebt schließlich eine demokratische (Stadt-) Gesellschaft. Die Kündigung unter Verweis auf eine 'IBA-kritische Haltung' ist meines Erachtens Ausdruck für einwilhelminisches Obrigkeitsdenken. Das geht so gar nicht! Die SAGA GWG muss die Kündigung sofort zurücknehmen, sonst verspielt sie immer mehr das Vertrauen ihrer MieterInnen."