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23. November 2011 Bürgerschaftsfraktion

Rathausmarkt: Stadtentwicklungspolitik darf nicht zum Spielball der Handelskammer werden

Zu den Plänen der Handelskammer, den Rathausmarkt im Rahmen einer "Zehn-Jahres-Strategie für den Hamburg-Tourismus" baulich zu erneuern erklärt Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE:

"Einmal mehr geriert sich die Handelskammer als Stadtplanungsabteilung der Freien und Hansestadt Hamburg. Ausgerechnet den Rathausmarkt, das zumindest vom Anspruch her urbanste Aushängeschild einer Metropole, will die Wirtschaftslobby ihren Interessen gemäß umgestalten. Unabhängig davon, dass der Platz vielleicht einmal in weiterer Zukunft Veränderungsbedarf hätte, haben wir in unserer Stadt gegenwärtig und in nächster Zeit ganz andere Sorgen. Öffentliche Mittel sind vor allem für die Finanzierung des geförderten Wohnungsbaus und den Ausbau der sozialen und kulturellen Infrastruktur vonnöten, anstatt immer neue Leuchtturmprojekte zu entwickeln. Der SPD-Senat wäre gut beraten, sich einmal nicht Liebkind bei der Wirtschaft zu machen und die Pläne bis auf Weiteres in den Schubläden verschwinden zu lassen."

Satte 35 Millionen DM hat der jetzige Platz gekostet. Wie viel Geld würde eine aufwändige Neugestaltung verschlingen, ohne dass für die Menschen vor Ort ein größerer Nutzen daraus resultiert? Gerade vor dem Hintergrund der neuen Bevölkerungsprognosen, die einen Wachstum der Stadt von rund 100.000 Menschen in den kommenden 20 Jahren voraussagen, sollte die finanziellen Möglichkeiten für wirklich wichtige Projekte gebündelt werden, und das ist u.a. der Abbau der Wohnungsnot.

"Eine möglicherweise zukünftig anstehende Umgestaltung des Rathausmarktes sollte sich zudem vor allem an den Interessen und Bedürfnissen der Menschen unserer Stadt orientieren. Es ist kaum anzunehmen, dass die Vorstellungen der Bevölkerung mit den tourismusorientierten Vorstellungen der Handelskammer harmonieren. So lieben die HamburgerInnen ihre Bäume, wollen Plätze, die auch Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Verzehrzwang bieten und nehmen die wechselnden Veranstaltungen von Kino auf dem Rathausmarkt im Sommer bis  zum Weihnachtsmarkt im Winter an. Eine zusätzliche bauliche Attraktion auf dem Rathausmarkt ist überflüssig wie ein Kropf. Überdimensionierte Weltkugeln, 4D-Kino und Rundflüge gehören nach Disneyworld.
 
Das Rathaus selbst ist Attraktion genug. Eine Stadt ist vor allem Lebensraum für Menschen die sich im Alltag darin bewegen. Vor lauter Tourismusboom und Eventkultur wird dies von der Wirtschaft nur zu gerne in den Hintergrund gedrängt. Stadtentwicklungspolitik darf nicht unter derart wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden und zu einem Spielball der Handelskammer verkommen. Vielmehr geht es darum, das Recht der Menschen auf ihre Stadt zu gestalten"
, erklärt Heike Sudmann abschließend.