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5. Mai 2015 Bürgerschaftsfraktion

„Rabes Pläne schaffen Ausgrenzung, nicht Inklusion“

Schulsenator Rabe (SPD) kündigt in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt an, die Inklusion an den Stadtteilschulen mit einem „sehr viel komplizierter(en)“, aber angeblich genaueren System neu zu ordnen. „Mit Rabes Ansatz werden Stigmatisierung und Ausgrenzung und nicht Inklusion Einzug in die Klassenräume halten“, kritisiert Sabine Boeddinghaus, bildungs- und schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Wir unterstützen den Antrag der Lehrerkammer. Statt zeit- und nervenraubender Feststellungsdiagnostik müssen endlich alle Kinder einen Förderplan erhalten, der sich jeweils an den individuellen Lernschritten orientiert. Dafür müssen die Schulen  gut ausgestattet werden, und zwar personell, materiell und räumlich.“ Die von Rabe angekündigten 120 Stellen für die Inklusion seien nichts als ein Tropfen auf den heißen Stein, zumal die Finanzierung noch nicht gesichert sei: „Nach dem ‚pay as you go‘-Prinzip des Senats werden diese Mittel ganz sicher an anderer Stelle im Bildungsetat eingespart“, fürchtet Boeddinghaus. „Außerdem gehen die Grundschulen bei dieser Maßnahme leer aus. Das ist eine Frechheit!“  

Mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage will die Bildungsexpertin nun erfahren, welchen Zeitumfang das zweistufige LSE-Diagnoseverfahren für jede einzelne Schule und jedes Regionale Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ) erfordert und welche Zielsetzung damit eigentlich verknüpft ist. „Bereits die von Rabe hinzugezogenen Professoren Schuck und Rauer haben in ihrem Gutachten zur Feststellung der Höhe der förderberechtigten Kinder klar bestätigt, dass dieses zweistufige Diagnoseverfahren nichts als eine ,verwaltungstechnische Kategorie‘ ist“, so die Bildungsexpertin. Das Gutachten belege eindeutig den erheblichen Mehrbedarf an sonderpädagogischer Förderung, speziell an Stadtteil- und an Grundschulen. Darin heißt es: „Zielführender erscheint eine Stützung der Schulen bei der Aufgabe, nach einheitlichen Regeln diagnosegestützte Förderpläne zu entwickeln und deren Umsetzung zu evaluieren.“ „Das sehen wir auch so“, ergänzt Boeddinghaus. „Denn nach Rabes Plänen würden Tag für Tag pädagogisch wertvolle Kräfte sinnlos mit schulorganisatorischen Aufgaben belastet und so von ihrer entscheidenden Arbeit für die Kinder selbst abgehalten. Das wäre unverantwortlich!“