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4. November 2014 Bürgerschaftsfraktion

PUA Yagmur: LINKE kündigt Minderheitenbericht an

Die Zeugenbefragungen im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Yagmur - Kinderschutz in Hamburg“ sind abgeschlossen. Nun geht es um den Abschlussbericht. „Bereits der erste Entwurf des Berichts bestätigt, dass man nur auf der Suche nach individuellen Schuldigen ist, statt die desolate Situation der gesamten Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg auf den Prüfstand zu stellen”, erklärt Mehmet Yildiz, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.
 
Akribisch wurde im Ausschuss in den letzten Monaten nach individuellen Fehlern einzelner ASD-MitarbeiterInnen gesucht und man glaubt, sie auch gefunden zu haben. Die Fehler anderer Institutionen gerieten dabei aus dem Blick. „Der Ausschuss macht es sich zu einfach, wenn er einzelne Handlungsschritte herausgreift, diese zu besonders gravierenden Fehlern erklärt und so der Öffentlichkeit Schuldige präsentiert“, so Yildiz weiter. „Eine einseitige Verurteilung des ASD in einer komplexen Handlungskette vieler Beteiligter machen wir nicht mit. Denn Bauernopfer verhindern nur die dringend notwendige Erneuerung des Kinderschutzes in dieser Stadt.“
 
Nachdem in den letzten Jahren mehrere Kinder in Obhut der Jugendämter zu Tode gekommen sind, hat DIE LINKE für eine umfassende wissenschaftlich begleitete Prüfung des Hamburger Jugendhilfesystems geworben. Die Fraktion DIE LINKE hatte nach dem Tod Yagmurs gemeinsam mit der SPD eine Enquete-Kommission vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde jedoch von den anderen Oppositionsparteien abgelehnt.
 
Die Fraktion sieht den Entwurf des Abschlussberichtes als wenig hilfreich an und wird daher einen eigenen Minderheitenbericht abgeben. „Es wird deutlich, dass die mangelnde Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen den Institutionen dazu führte, dass Yagmur aus dem Blick geriet. Die desolate Arbeitssituation im ASD wurde in Rahmen des Untersuchungsausschuss deutlich. In der Jugendhilfe muss es um weniger Kontrolle und Dokumentation und dafür um mehr direkten Kontakt mit den Menschen gehen. Das kostet nicht unbedingt mehr Geld, aber es können in Zukunft dadurch hoffentlich mehr Kinder gerettet werden”, schließt Yildiz.