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29. März 2011 Bürgerschaftsfraktion

Prostitution wird von Bezirksamtsleiter in die „Schmuddelecke“ verdrängt

Der heutigen Berichterstattung des Hamburger Abendblatts zufolge plant Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) im Rahmen der Aufwertung des Hansaplatzes die Prostitution von dort zu vertreiben und sie in ein einsames Gewerbegebiet in der Großmannstraße in Rothenburgsort zu verlagern.

Kersten Artus, Bürgerschaftsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, erklärt dazu: „Die Frauen bedürfen eines sozialen Schutzraumes. Die Erfahrungen zeigen, dass einsam gelegene Straßenstriche Übergriffen auf Frauen Tor und Tür öffnen.“

Nach offiziellen Angaben arbeiten in Hamburg St. Georg circa 450 Frauen regelmäßig in der Straßenprostitution. Nach Schätzung des Ratschlags Prostitution sind es mehr als doppelt so viele. Davon sind etwa 60 Prozent Migrantinnen, vorwiegend aus Bulgarien, Rumänien und anderen osteuropäischen EU-Ländern. Ein Großteil der Frauen hat mit der EU-Erweiterung einen legalen Aufenthaltsstatus, bekommt jedoch keine Arbeitserlaubnis.

St. Georg ist seit mehr als 150 Jahren Prostitutionsgebiet und wurde vor über 30 Jahren zum Sperrbezirk erklärt. Das heißt, Prostitution auf der Straße ist seitdem zu jeder Zeit verboten. Die Frauen in St. Georg sind zwischen 13 und 75 Jahren alt. Die Straße ist ihr Arbeitsplatz. Sie arbeiten hier aus sozialer Not, um ihr Überleben und das ihrer Familien zu sichern. Die Sperrbezirksverordnung hat zu keinem Zeitpunkt zu einem Rückgang der Prostitution in St. Georg geführt. Gleichzeitig werden die Bürgerinnenrechte von Sexarbeiterinnen seit Jahren von offizieller Seite ignoriert. Der Vorgängersenat hatte einen Runden Tisch eingerichtet, siehe meine Schriftlichen Kleinen Anfragen (Drucksachen 19/1547, 19/1628, 19/2042, 19/5825 und 19/8672).

Zu den Plänen die Prostitution von Hansaplatz in St. Georg zu „vertreiben“, hat DIE LINKE eine Schriftliche Kleine Anfrage eingereicht.

„Der Bezirksamtsleiter Mitte lässt gar verlauten, dass ‚der nötige Druck ausgeübt werden müsse, um die Prostitution zu verlagern.’ Dies lässt erahnen, dass die Frauen, die der Prostitution nachgehen müssen, um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Kinder zu sichern, auch unter einen SPD-geführten Senat kriminalisiert und von staatlicher Seite schikaniert werden“, kritisiert Kersten Artus abschließend.