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24. Juni 2015 Dora Heyenn

Produktionsküchen: ein 93-Jahresplan von Rot/Grün

© CC-BY-SA 2.5: Daniel Schwen

Zum Antrag der Fraktionen von SPD und Grüne "für eine nachhaltige Essensversorgung in Schulen" stellte die Abgeordnete Dora Heyenn heute in der Bürgerschaft fest: "Wenn man sich das Kleingedruckte im Antrag anschaut, dann zerbröselt der rot/grüne Anspruch schnell und ist weniger als bescheiden."

Was SPD und GRÜNE unter "Produktionsküche" verstehen, wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als "Mischküchensystem" bezeichnet. Das hört sich nicht so schön an wie "Produktionsküche". Noch unschöner wird es, wenn man sich anhört, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung dieses "Mischküchensystems" definiert: "Beim Mischküchensystem werden Komponenten in der Schulküche zubereitet und mit vorgefertigten Produkten unterschiedlicher Convenience-Stufen kombiniert."

Nichtsdestotrotz sind "Mischküchen" immer noch besser als die Aufwärmküchen von Schulsenator Rabe. Von daher könnte man dem Antrag immer noch etwas abgewinnen. Aber, aber ... tatsächlich sollen "in den nächsten fünf Jahren 20 Schulen" eine Produktionsküche einrichten können. Das sind 4 Schulen pro Jahr. Wir haben in Hamburg 383 staatliche Schulen, wovon 11 bereits Produktionsküchen haben sollen. Bei dem Tempo hätten wir dann nach 93 Jahren in allen Schulen "Produktionsküchen", die - wie gesagt - eigentlich "Mischküchen" sind.

SPD und GRÜNE kochen hier auf ganz, ganz kleiner Flamme.

Während die Grünen in der letzten Legislaturperiode noch forderten, "die Zubereitung und Ausgabe des Essens mit sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitskräften auszugestalten" (Drs.20/3343) unter Einhaltung des Mindestlohns, finden sich jetzt viele Hinweise zur Personalausstattung, die nichts anderes zur Konsequenz haben als Lohndumping.

Während die Grünen in der letzten Legislaturperiode noch forderten, dass jährlich 7,5 Mio. € aus dem Sondervermögen Schule, Bau und Betrieb in die Einrichtung von echten Schulküchen investiert werden sollten, werden jetzt keine konkreten Zahlen genannt.

Wenn, wie es im Antrag 21/737 heißt "die Schulen hinreichend über die Möglichkeiten der Einrichtung von Produktionsküchen" informiert werden, dann ist zu erwarten, dass sich mehr als 4 Schulen pro Jahr bewerben werden. Was der Antrag verschweigt, sind die Auswahlkriterien. Geht es nach Größe, nach Schulform, nach Kessfaktor oder gilt das Windhundprinzip?

Die Volksinitiative "Guter Ganztag" stellt fest, dass erst wenn eine flächendeckende gesunde Essensversorgung an allen Schulen eingerichtet ist, könne allen Kindern Nachhaltigkeit und pädagogische Werte in Bezug auf den Umgang mit Nahrungsmitteln vermittelt werden.
Und das sollte doch das Ziel an den Hamburger Schulen sein.

Die rot-grüne Regierung betreibt hier schlicht nur Symbolpolitik. Vier Produktionsküchen pro Jahr kann die Schulbehörde auch ohne diesen Antrag einrichten.

Mit einer weiteren Anfrage wird nachgehakt.

Telefon: 0172-416 35 12 - E-Mail: dora_heyenn@gmx.de