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8. Dezember 2010 Bürgerschaftsfraktion

PISA bestätigt längeres gemeinsames Lernen als bildungspolitisches Ziel

Aus der vom deutschen PISA-Konsortium vorgelegten "Bilanz nach einem Jahrzehnt" geht hervor, dass das deutsche Bildungssystem sich nur in einem einzigen Punkt ein wenig gebessert hat: in den mathematischen Leistungen. Die Leseleistungen der Schülerinnen und Schüler ist in Deutschland um ganze 13 Punkte von 484 Punkte 2000 auf 497 Punkte 2009 vorangekrochen. Auch in Naturwissenschaften gibt es keine signifikante Verbesserung, wir bleiben im oberen Drittel.

"Die Spitzenplätze werden wieder von Ländern eingenommen, die ein einheitliches Schulwesen haben. Die Kinder werden von der ersten bis mindestens zur neunten Klasse nicht auf verschiedene Schulformen aufgeteilt wie bei uns. Es wurde wieder bestätigt, dass das deutsche Schulsystem ein sozial selektives ist, wie es in keinem anderen Land zu beobachten ist. Am Beispiel der Leseleistung wird eindrucksvoll belegt, wie stark die soziale Herkunft mit dem Lernerfolg verknüpft ist", erklärt Dora Heyenn, schulpolitische Sprecherin der LINKEN.

Jungen, Migranten und Kinder aus Arbeiterfamilien sind an den deutschen Schulen besonders benachteiligt. Es liegt zwar kein Ergebnis für Hamburg vor, aber diese negative Tendenz ist auch hier zu erkennen. Die Kultusminister wollen als erste Konsequenz aus der neuesten PISA-Studie über solche Maßnahmen wie Standardsicherung durch Bildungsstandards, vorschulische Sprachförderung, LehrerInnenfortbildung, Berufsorientierung und Ganztagsangebote diskutieren, die nur sehr begrenzt die Probleme mildern können. Das ungerechte und ineffiziente Dreiklassenschulsystem erfordert andere Antworten.

"Gerade aus der Erfahrung in Hamburg heraus ist es schon bitter, wenn bei der Vorstellung der Studie vorgeschlagen wird, dass die Kinder in Deutschland nicht nach der vierten, sondern frühestens nach der sechsten Klasse aufgeteilt werden sollten. Für DIE LINKE liefert PISA erneut den Beleg, dass längeres gemeinsames Lernen ein vorrangiges bildungspolitisches Ziel bleibt. Der sogenannte Schulfrieden, auf den die SPD sich bezieht, ist wieder einmal ad absurdum geführt. Eine Schule für alle bleibt nach wie vor auf der politischen Agenda und für DIE LINKE ein wichtiger Punkt im Wahlprogramm", so Dora Heyenn abschließend.