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24. Januar 2014 Bürgerschaftsfraktion

Pflegekammer schwächt Pflegefachkräfte

Die Einführung einer Pflegekammer ist nicht nur in Hamburg, sondern auch in Schleswig-Holstein hoch umstritten. Eine Umfrage des dortigen Sozialministeriums ergab nun, dass nur eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für die Verkammerung der Pflegeberufe ist. Und selbst von den Pflegefachkräften, die grundsätzlich für eine Kammer stimmten, lehnen sie 17 Prozent ab, wenn es eine Zwangsmitgliedschaft und Zwangsbeiträge gibt. „Auch wenn der Senat noch die Ergebnisse der Umfrage in Hamburg abwarten will, ist das für uns eine Bestätigung unserer kritischen Haltung zu einer Pflegekammer in Hamburg“, erklärt dazu Kersten Artus, gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Die Pflege verdient mehr Beachtung und mehr Wertigkeit. Das wird aber nicht durch eine neue bürokratische Struktur und neue Posten erreicht, sondern durch eine vernünftige Finanzierung der Pflege und eine Berücksichtigung eines umfassenden Pflegebegriffs bei der Bewertung pflegerischer Tätigkeiten.“

Eine Pflegekammer in Hamburg würde dagegen die gewerkschaftliche Durchsetzungskraft schwächen, fürchtet Artus: „Wenn weiterhin schlecht bezahlte Pflegekräfte einen Zwangsbeitrag zur Pflegekammer abdrücken müssen, werden die wenigsten auch noch Mitgliedsbeiträge für ihre Gewerkschaft aufbringen können. So würde durch eine Pflegekammer das Gegenteil dessen erreicht, was ihre Befürworter vorgeben, nämlich eine Schwächung der Position der Pflegefachkräfte.“