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12. Februar 2012 Bürgerschaftsfraktion

Operettenhaus: Prekäre Beschäftigung beim Musical-Riesen

ver.di Protest vor dem Operrettenhaus

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Operettenhauses protestieren zusammen mit ver.di gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsverhältnisse. Die Linksfraktion unterstützt ausdrücklich den Protest gegen die Ausgliederung von 30 Beschäftigten durch den Musical-Veranstalter Stage Entertainment.

Die 30 Dresserinnen und Dresser sollen laut ver.di aus Gründen der Kostenersparnis zum September 2012 zu einer Fremdfirma wechseln. Betroffen sind überwiegend teilzeitbeschäftigte Frauen mit Familie und Kindern. Die meisten verdienen im Monat nicht mehr als 1000 bis 1500 Euro. Ihnen droht mit der Ausgliederung eine deutliche Verschlechterung ihrer Arbeitsverhältnisse: Niedrigere Löhne zu flexibilisierten Arbeitszeiten ohne Mitbestimmungsrecht und ohne die Vertretung ihrer Arbeitsinteressen durch einen Betriebsrat.

Dazu erklärt Norbert Hackbusch, haushalts- und kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion und Vorsitzender des Kulturausschusses: „Es ist ein Hohn: Gerade erst hat der Musical-Riese Stage Entertainment das Operettenhaus für mehrere Millionen von der Stadt gekauft und nun will er, um zu sparen, 30 Menschen in ungeschützte Arbeitsverhältnisse drängen. Es ist absurd, wenn ein derart wachsendes Unternehmen diesen Schritt als Sparmaßnahme verkaufen will. Solch ein Vorgehen kann nur als Gewinnmaximierung verstanden werden. Wir erklären uns solidarisch mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Operettenhauses und fordern das Unternehmen auf, die Arbeitsplatzsicherheit seiner Beschäftigten zu garantieren. Die Stage Entertainment liefert hier ein weiteres Beispiel für die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen im Kultursektor.

Erst im vergangenen Herbst hat die Stage Entertainment das Operettenhaus am Spielbudenplatz von der Stadt gekauft – rund 7 Millionen Euro sollen dabei geflossen sein. Laut ver.di erwirtschaftet das Unternehmen über 50% des weltweiten Jahresumsatzes von 600 Mio. Euro mit seinen Produktionen in Deutschland. In Hamburg zeigt die Stage Entertainment, neben dem Musical „Sister Act“ im Operettenhaus, noch „Tarzan“ und „König der Löwen.“ Geplant sind derzeit erhebliche Investitionen in eine Seilbahn über den Hamburger Hafen. Dort entsteht außerdem ein weiteres Theater für ein neues Musical. Seit circa zehn Jahren kauft Stage Entertainment landesweit Spielstätten für seine Produktionen auf. Rund ein Drittel der vormals in den Theaterhäusern Beschäftigten wurde seither ausgegliedert oder gekündigt.