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21. Mai 2014 Bürgerschaftsfraktion

Olympia-Bewerbung grenzt an Veruntreuung von Steuergeld

Die Fraktion DIE LINKE stimmt gegen die von den anderen Fraktionen geplante Studie zur Durchführung von Olympischen Spielen in Hamburg. „Sie ist unsinnig, unnötig und wird nicht das Papier wert sein, auf dem sie veröffentlicht wird“, begründete in der heutigen Bürgerschaftssitzung Mehmet Yildiz, sportpolitischer Sprecher der Fraktion. „In kürzester Zeit soll eine SPD-geführte Behörde einen riesigen Fragenkatalog übers Knie brechen. Auf externes Fachwissen verzichten die Antragsteller von vornherein. Mit Unabhängigkeit und Ergebnisoffenheit hat das nichts zu tun.“ Zudem versprechen die Antragsteller, eine Bewerbung von einer zukünftigen Reform des IOC abhängig zu machen – die Studie dazu soll sich aber an den derzeit gültigen Vorgaben des IOC orientieren, kritisiert der Sportpolitiker: „Das ist scheinheilig. Sie wissen natürlich genau, dass diese Reform höchstens ein Reförmchen wird und sich nichts grundsätzlich an den Ausschreibungskriterien ändert. Und sie wissen, dass eine Reform – wenn sie überhaupt kommt – frühestens 2028, eher sogar 2032 greifen wird.“

Die Bekenntnisse der antragstellenden Fraktionen zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Finanzierbarkeit klängen zwar wunderbar, so Yildiz. „Aber in dem Moment, in dem der Senat die Knebelverträge des IOC unterschreibt, muss Hamburg nach dessen Pfeife tanzen. Das IOC diktiert dann nämlich alle Regeln.“ Er warnte außerdem vor den enormen Kosten: „Athen kalkulierte für die Spiele 2004 mit Kosten von 1,6 Milliarden Euro, herausgekommen sind 14,8 Milliarden. London rechnete mit 11 Milliarden Euro, am Ende betrugen die Gesamtkosten 36,6 Milliarden Euro. Ähnliches wird Hamburg erwarten, falls es den Zuschlag bekommt. Im Vergleich dazu sind die Kosten für die Elbphilharmonie Peanuts.“

Doch schon die Kosten für eine Bewerbung betragen im Schnitt 70 bis 100 Millionen Dollar. „Unter diesen Voraussetzungen Olympische Spiele nach Hamburg holen zu wollen grenzt an Fahrlässigkeit, wenn nicht sogar an Veruntreuung von Steuergeld“, sagte der Sportpolitiker. „Insbesondere, während wir zugleich einen Sanierungsstau bei Sportstätten haben, während es faktisch kaum noch Kapazitäten bei Turnhallen gibt und während jede zweite Schülerin bzw. Schüler bis zum Ende der Grundschule nicht schwimmen kann. Und da will die Mehrheit dieses Hauses sich für ein Großereignis bewerben, dass Hamburg mehr schadet als nützt. 16 Tage feiern, 16 Jahre zahlen – das macht DIE LINKE nicht mit!“