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15. August 2013 Bürgerschaftsfraktion, Kersten Artus

Ohne genug Pflegepersonal gibt es keine humane Pflege

Kersten Artus

Eine Bundesratsinitiative für gesetzliche Regelungen für eine bedarfsgerechte Personalausstattung an Kliniken hat die Fraktion DIE LINKE in der heutigen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft beantragt. Mit der Drucksache 20/8810 soll erreicht werden, dass der Personalmangel im Pflegedienst in Hamburgs Kliniken und auch bundesweit endlich behoben wird. „Seit 2003 gibt es ein auf Fallzahlen basiertes System, das zu einer unglaublichen Ökonomisierung des Krankenhausbetriebs geführt hat“, begründete Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, die Notwendigkeit dieser Initiative. „Eine der vielen auch für die Patientinnen und Patienten ungeheuerlichen Folgen ist, dass seitdem permanent Personal abgebaut wird.“ Die Gewerkschaft Verdi habe ausgerechnet, dass derzeit allein in Hamburg über 4000 Stellen in der Pflege fehlen.

„Die Folge: Es fallen immer wieder Operationen aus. Und es wird oft auch viel zu früh entlassen“, erläuterte Artus. So verließen Mütter nach einem Kaiserschnitt die Klinik heute durchschnittlich nach fünf Tagen, vor Einführung des neuen Systems nach neun Tagen. „Dass jeder Behandlungsfall nur pauschal vergütet wird, setzt die Krankenhäuser unter enormen wirtschaftlichen Druck mit der Folge, dass mehr Behandlungen ,erzeugt‘ werden.“ Immer mehr Technik werde eingesetzt, um Bettlägrige zu überwachen. Die Betten würden zudem so schnell wie möglich wieder frei gemacht, da jeder Tag das Krankenhaus Geld koste.

Die Fraktion DIE LINKE ist der Auffassung, dass das Pflegepersonal der Schlüssel zu einer humanen Pflege ist. „Was wir daher benötigen, ist eine Mindestpersonalbemessung“, so Artus. „Es muss eine Regelung entwickelt werden, nach der eine humane Pflege und gute Arbeitsbedingungen gewährleistet sind. Deswegen fordern wir, über Hamburg eine Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen, die festschreibt, wie viele Pflegefachkräfte pro PatientIn eingesetzt werden müssen.“

Dateien:
Drs.8810.pdf19.4 K