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25. Juli 2012 Bürgerschaftsfraktion

Numerus Clausus ist die Regel – Ablehnungen an Uni Hamburg steigen und steigen und steigen!

© CC BY-SA 3.0: Merlin Senger

Die Hamburger Hochschulen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, sie verzeichnen steigende Bewerberzahlen - auch bei auf dem Arbeitsmarkt gefragten Berufen. Doch statt sich darauf einzurichten und zukunftsorientiert zu planen, wird der Numerus Clausus die Regel, die Ablehnungen an der Universität Hamburg steigen an. Da geht aus einer Kleinen Anfrage (Drs. 20/4715, siehe Anlage) der hochschulpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Dora Heyenn hervor. Sie wollte wissen, wie es um die Bedingungen für Studienanfänger in der Hansestadt bestellt ist. Umständlich, klare Aussagen vermeidend versuchte der Senat die Realitäten zu beschönigen bzw. im Verborgenen zu lassen. Die Antworten, die gegeben wurden, lassen trotzdem schon den Handlungsbedarf für die staatlichen Hochschulen erkennen.

Laut Senatsantwort sind „bis auf wenige temporäre Ausnahmen … alle Studiengänge der Universität Hamburg örtlich zulassungsbeschränkt“. „Das ist schon erschütternd“, kritisiert Dora Heyenn. „Im Klartext bedeutet das, ohne einen guten Notendurchschnitt die Chance auf ein Studium eher gering ist, außer bei den bildenden Künsten, aber das wäre ja auch wirklich der Gipfel!

Aus einer Tabelle für die HAW zu Frage 5 wird ersichtlich, dass die Studiengänge mit wie es heißt „örtlicher Zuslassungsbeschränkung“, also einen HAW-eigenen NC von 50 in 2003 auf 64 in 2012 gestiegen sind.

Mit einem prozentualen Anstieg von 28% der NC-Studiengänge verdeutlicht auch die HAW wie sie in Zukunft mit dem Ansturm der Studierwilligen umgehen will: der Bestand an Studienplätzen wird über steigende Zulassungsbeschränkungen gehalten“, so die Fraktionsvorsitzende der LINKEN.

Der Run auf die Erstsemester-Immatrikulation zeigt sich, auch wenn man sich auf die bei Universität Hamburg beschränkt, deutlich: Im WS 2009/2010 wurden insgesamt 27.035, im WS 2010/2011 33.259 und im WS 2011/2012 37.818 Studierwillige von der Uni Hamburg abgewiesen.

Der Vergleich der BewerberInnen-Zahlen zeigt eine deutliche Tendenz. Und was antwortet der Senat auf die Frage, ob er einen steigenden Bedarf an Studienplätzen in Hamburg sieht?“, kritisiert Heyenn. In der Antwort heißt es: „Ein steigender Bedarf … besteht nach den vorliegenden Prognosen nicht“. „Das ist blanker Zynismus und hat mit Verantwortung für die jungen Menschen und dem Wissenschaftsstandort Hamburg absolut nichts zu tun“, so Heyenn.

Ausgerechnet bei den Studierenden fürs Lehramt ist der größte Anteil der Ablehnungen zu verzeichnen: in 2009/2010 waren es 6041, in 2010/2011 waren es 5.865 und in 2011/2012 waren es 6.322 BewerberInnen, die abgelehnt wurden.

Das ist ein Drama. Alle Welt redet von der Pensionierungswelle und die KMK macht sich öffentlich Sorgen um den Lehrkräfte-Nachwuchs, nur getan wird dafür nichts. Die Anzahl der Studienplätze für Erstsemester für das Lehramt an Gymnasien ist im Vergleich zum Wintersemester 2010/2011 sogar noch um abgesenkt worden; von 288 auf 281“, ergänzt die hochschulpolitische Sprecherin.

Für Hamburg ist gravierend, dass die Inklusion nur mit ausreichend vielen Sonderschulpädagogen zu schultern ist. Das haben alle Anhörungen von Betroffenen und Experten in der Bürgerschaft einmütig ergeben.

Das Lamento des Bildungssenators, dass es leider keine Sonderpädagogen ‚auf dem Markt‘ gibt, damit zu begegnen, dass die Anzahl der Studienplätze für dieses Lehramt von 139 mal gerade auf  153 in diesem Wintersemester steigen, zeigt, dass der SPD-Senat die Herausforderungen der Inklusion noch nicht erfasst hat. Alles was zur Zeit betrieben wird ist die Verwaltung des Mangels, mit Zukunftssicherung hat diese Politik nichts zu tun“, schließt Dora Heyenn.

Dateien:
Drucksache_20-4715.pdf155 K