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16. November 2011 Bürgerschaftsfraktion

Moorburgtrasse: Gefährdet der Bau den alten Elbtunnel?

Am 7. September wurde der Alte Elbtunnel im Zuge der 100-Jahre-Feierlichkeiten in Anwesenheit von Bürgermeister Olaf Scholz als "Historisches Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst in Deutschland" geehrt. Durch den Bau der umstrittenen Moorburgtrasse ist dieses wertvolle Bauwerk nun möglicherweise gefährdet. Aufgrund einer Einwendung der Werft Blohm & Voss, hat Vattenfall den Verlauf der Fernwärmeleitung so umgeplant, dass die Subtanz des alten Elbtunnels, mitsamt einem Einstiegsgebäude, durch den Bau in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Die Fraktion DIE LINKE fordert nun endgültig die Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens.

Schon seit geraumer Zeit weisen u.a. die Initiative "Moorburgtrasse Stoppen" und der BUND darauf hin, dass neben Bäumen und öffentlichen Grünflächen auch die Gebäude des Stadtteils St. Pauli von der Untertunnelung durch die Moorburgtrasse direkt gefährdet werden könnten. Nach wie vor hat Vattenfall sich dadurch nicht von dem geplanten Trassenverlauf abbringen lassen. Nun hat im Gegensatz dazu eine Einwendung des Unternehmens Blohm & Voss zu dazu geführt, dass Vattenfall den Verlauf der Trasse umplanen will. Blohm & Voss sieht seine "wirtschaftlichen Interessen durch die Untertunnelung des von ihm genutzten Trockendocks Elbe 17 gefährdet."

Statt wie geplant unter dem Trockendock 17, soll die Leitung stattdessen nach neuer Planung zwischen dem Dock 17 und dem alten Elbtunnel verlaufen. Dies allerdings in einem teilweise gefährlich geringen Abstand zu dem historischen Tunnel und dem südlichen Einstiegsgebäude bzw. dem Einstiegsgebäude auf der Seite von Blohm & Voss. Durch den Tunnelbau für die Fernwärmeleitung wäre somit u.a. ein Absacken des Einstiegsgebäudes nicht auszuschließen.

Dazu erklärt Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Linksfraktion und Vorsitzender des Kulturausschusses: "Dass neben den Gebäuden St. Paulis nun auch noch der Alte Elbtunnel durch den Bau der Moorburgtrasse gefährdet sein könnte ist ein Unding. Selbstverständlich hat die Werft Blohm & Voss das gute Recht ihre Einwände gegen den Trassenverlauf geltend zu machen. Dass Vattenfall in der Konsequenz aber sofort umplant und zusammen mit der BSU eine neue Gefährdungssituation in Kauf nimmt ist ungeheuerlich. Ich frage mich: Wird den vielen begründeten Einwendungen der Menschen aus St. Pauli nun ebenso entsprochen? Dann müsste der Bau gestoppt werden! Und was denkt das Denkmalschutzamt über das Risiko für den Alten Elbtunnel? Wurde die Kulturbehörde überhaupt involviert?

Es reicht jetzt: Wir erwarten kurzfristig, dass der aktuell angesetzte Erörterungstermin ausgesetzt wird. Die jüngsten Planungsänderungen sind derart gravierend, dass Vattenfall die gesamten Planungsunterlagen erneut und in vollem Umfang und mit voller Einwendungsfrist auslegen müsste. Schließlich hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, über derartige Vorhaben mit zu entscheiden."