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30. April 2010 Bürgerschaftsfraktion

Moonlightshopping: Bessere Umsätze für den Handel?

Das scheinen die Geschäftsleute und die meisten Abgeordneten der Bezirksversammlung Harburg zu glauben. In der Bezirksversammlung wurde der Antrag auf Ladenöffnungszeiten am Abend vor dem 1. Mai bis 24:00 Uhr, abgeschwächt und nur eine Erlaubnis bis 22 Uhr erteilt.

Elisabeth Baum, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, begrüßt das ausdrücklich:

"Die Bezirke sollten sich überlegen, solche "Events" generell bis 22 Uhr zu begrenzen und vor Sonn- und Feiertagen die Ladenöffnung bis höchstens 20 Uhr zuzulassen. Für die Beschäftigten im Einzelhandel bedeuten diese momentan modernen, langen Arbeitszeiten vor Sonn- und Feiertagen eine große Belastung. Wenn man erst um 24 Uhr den Heimweg antreten kann, muss der nächste Tag doppelt für die Erholung genutzt werden. Da bleibt dann wenig Zeit für die Familie."

Nur wenige Menschen sind auf so lange Ladenöffnungszeiten angewiesen. Daher liegt der Verdacht nahe, dass es sich hier um die Freizeitbeschäftigung einiger weniger Menschen handelt. Das trägt nur zur Wettbewerbsverzerrung im Einzelhandel bei. Die Beschäftigten im Einzelhandel sind die Leidtragenden, auf deren Rücken derartige Marktkämpfe ausgetragen werden.

"Dabei können wir in Hamburg noch froh sein, dass es in Hamburg mit dem Ladenöffnungsgesetz überhaupt noch eine Regelung gibt. Aber wie der Titel des Gesetzes aussagt, regelt es die Öffnungszeiten der Einzelhandelsgeschäfte. Die Abschaffung des Ladenschlussgesetzes war ein großer Fehler. Denn hier waren für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch für die Arbeitgeber verbindliche Regelungen festgeschrieben", bemerkt Elisabeth Baum.

Weil die Arbeitsbedingungen und Bezahlung für die Beschäftigten im Einzelhandel insgesamt beklagenswert schlecht sind, stellen die unverbindlichen Ladenschlusszeiten besonders belastend. Die Regel sind leider sechs Tage Arbeit in der Woche, an denen 10 - 14 Stunden gearbeitet werden muss. Und das in Betrieben meistens ohne Mitarbeitervertretung und zum Teil ohne Tarifbindung. Es fallen oft Überstunden und Mehrarbeit an, die häufig nicht bezahlt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wehren sich nicht, weil sie befürchten dann ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das führt zu weiterem Arbeitsplatzabbau und zu mehr prekärer Beschäftigung.

"An der Mitarbeiterstruktur im Handel müssen grundlegende Dinge verändert werden. Es müssen wieder viel mehr unbefristete Vollzeitstellen mit Tarifbindung geschaffen werden. Auch die Altersstruktur der Arbeitnehmer ist bedenklich. Es wird kaum noch ausgebildet und die gerade ausgebildeten jungen Menschen werden zumeist nicht unbefristet eingestellt. Unter diesen Umständen verwundert es nicht, dass gerade junge Menschen keine Ausbildung im Handel anstreben", so Baum abschließend.