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11. Juni 2012 Bürgerschaftsfraktion

Minderjährige Flüchtlinge: Hamburg verweigert Kindern und Jugendlichen angemessene Unterstützung

Die Antworten auf eine Große Anfrage der Linksfraktion (Drs. 20/4093) offenbaren tiefgreifende Probleme im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Formal hat sich die Situation der Kinder und Jugendlichen, deren Zahl in den letzten Jahren wieder stark ansteigt, seit September 2010 zwar etwas verbessert. Erreichten bis dahin nicht alle minderjährigen Neuankömmlinge die Jugendhilfeeinrichtungen, weil die Ausländerbehörde viele zu Erwachsenen erklärte, ist inzwischen die klare Zuständigkeit des Kinder- und Jugendnotdienstes geklärt. Dennoch erhält der Großteil der Kinder und Jugendlichen, die alleine als Flüchtlinge nach Hamburg kommen, immer noch nicht die Hilfe, die sie brauchen und die ihnen zusteht.

Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE Christiane Schneider kritisiert, "dass Hamburg die durch die Gründe und Umstände der Flucht oft traumatisierten Kinder und Jugendlichen im Stich lässt. Sie erhalten unzureichend Unterstützung bei den zahlreichen Behördenkontakten. So sind die ihnen zugewiesenen Vormünder viel zu überlastet, um ihre Belange etwa in Asylverfahren oder bei den vielfach erzwungenen Altersfestsetzungen wahrzunehmen.

Neben vielen einzelnen Problemen, die detailliert aufgearbeitet und gelöst werden müssen, fällt vor allem eines ins Auge: Obwohl fast alle unbegleiteten Minderjährigen einen hohen Jugendhilfebedarf aufweisen, wird eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen nach dem mehrwöchigen Aufenthalt in Erstversorgungseinrichtungen nicht in Folgeeinrichtungen der Jugendhilfe vermittelt: Von 2010 bis April 2012 wurden insgesamt 336 unter 18-Jährige in bezirklichen oder stationären Jugendeinrichtungen untergebracht - 620 hingegen nicht. Den allermeisten von ihnen wird so die dringend benötigte individuelle Unterstützung versagt."