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29. Februar 2012 Bürgerschaftsfraktion

Maxiausbildung – Minijobs? Gute Arbeitsplätze für Hamburgerinnen

Die Fraktion DIE LINKE hatte anlässlich des anstehenden 101. Internationalen Frauentags das Thema „Maxiausbildung – Minijobs? Gute Arbeitsplätze für Hamburgerinnen“ zur Aktuellen Stunde der heutigen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft angemeldet. Die frauenpolitische Sprecherin Kersten Artus nutzte die Bürgerschaftssitzung um die Gleichstellungsdefizite in dieser Gesellschaft anzumahnen.

Der Frauenanteil der Bürgerschaft war mit 45 Prozent noch nie so hoch wie derzeit, der Senat besteht zur Hälfte aus Frauen, anderseits sei der Frauenanteil unter den Staatsräten absolut blamabel und Hamburg hatte auch noch nie eine Erste Bürgermeisterin.

Was noch alles zu tun ist, zeige sich auch daran, so Artus, dass sich zwar die durchschnittliche Armutsgefährdung von Frauen und Männern nur geringfügig unterscheidet, „bei den Alleinerziehenden jedoch beträgt sie  über 34 Prozent, sehr geehrte Herren und Damen. Und sie alle wissen oder sollten wissen, dass der weit überwiegende Anteil der Alleinerziehenden Frauen sind. Das wichtigste, was Frauen brauchen, ist soziale Gerechtigkeit. Sie brauchen wirtschaftliche Unabhängigkeit. Und da sie diese nicht haben, sind sie strukturell benachteiligt und unterdrückt. Und das ist nicht länger zu akzeptieren!“

Der Senat hat in seinem Arbeitsprogramm ein Aktionsprogramm „Frau und Beruf“ angekündigt. Auch im zweiten Jahr der Regierungszeit des SPD-Senats sei jedoch bislang noch nichts geschehen. Die Linksfraktion hat deswegen den Antrag „Hamburg macht ernst mit der Gleichstellung: Landesaktionsplan für mehr Beschäftigung von Frauen auf guten Arbeitsplätzen“ eingebracht (TOP 53, Drs. 20/3236).

„Wir erwarten, dass der Senat nun eines der dringendsten sozialen Probleme in dieser Stadt anpackt: Frauen arbeiten überproportional in Niedriglohnjobs und in Teilzeit. Selbst die Hälfte aller Familienernährerinnen, von denen es übrigens immer mehr gibt, muss ihre Familie mit einem Teilzeitgehalt am Leben erhalten und nötigenfalls aufstocken. Damit nicht genug: dass der Equal Pay Day am 23. März stattfindet, hat seine Ursache darin, dass eine Frau noch bis zum 23. März weiterarbeiten muss, um das Gleiche zu verdienen, wie ein Mann in den zwölf Monaten zuvor bereits an Einkommen erhielt“, sagte Artus.

Auch im Alter sind Frauenschlechter gestellt: Sie verfügen nur über 40 Prozent des Einkommens. Mädchen und Frauen haben nicht viel davon, dass sie mittlerweile die besseren Schulabschlüsse machen: Vom Anstieg der Ausbildungsplätzen profitieren sie nämlich nicht, ihr Anteil ist sogar um weitere zwei Prozentpunkte auf 44 Prozent gesunken.

„Deswegen ist eine verbindliche Quote weiterhin erforderlich – auf allen Ebenen, ohne Kompromisse. Von alleine passiert nämlich nichts. Es reichen keine Appelle. Freiwillig geben die Männer uns nicht den Anteil, der uns zusteht: Die Hälfte von allem: Die Hälfte aller gut bezahlten Jobs, die Hälfte der Steuergelder, die Hälfte der Macht.

Dass ökonomische Gleichstellung auch den Männern zu Gute kommt, möchte ich der Vollständigkeit halber erwähnen. Lassen Sie uns möglichst gemeinsam darauf hinwirken, dass es sich in Hamburg geschlechtergerecht leben lässt. Ich würde es gern noch zu Lebzeiten erleben, dass der Equal Pay Day wenigstens im Januar begangen werden kann.“
, schloss Artus.