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16. Februar 2011 Bürgerschaftsfraktion

Matthiae-Mahl 2011: Trotz leerer Kassen wird wieder hocherrschaftlich Geld verprasst

Am 18. Februar, zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl, findet im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses das alljährliche Matthiae-Mahl statt. Wie viel das traditionelle Hamburger Luxus-Bankett 2011 kosten wird, steht noch in den Sternen. Dass es sich an dem Kostenrahmen des vorangegangenen Jahres orientieren wird, steht fest.

In der Antwort auf die kleine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Norbert Hackbusch (MdHB, DIE LINKE), legt der Senat die Gesamtkosten des Matthiae-Mahls 2010 vor. Demnach hat die fürstliche Traditionsveranstaltung im vergangenen Jahr insgesamt 98.796,45 Euro verschlungen. Davon allein 38.359 Euro für das Vier-Gänge-Menue. Mit 6.136,38 Euro wurden sogar noch mal 1000 Euro mehr für Blumen ausgegeben als im Jahr davor. Mit einer solchen Summe oder weniger müssen die kleinsten Geschichtswerkstätten in Hamburg immerhin ein Jahr lang auskommen.

Dazu erklärt Norbert Hackbusch, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion:

"Das Matthaie-Mahl in seiner gesamten Ausrichtung ist eine völlig überholte Veranstaltung. Der Charakter sich gegenüber Hamburgs "freundlich gesonnen Mächten" hochherrschaftlich zu präsentieren ist unangemessen und geht komplett an der Realität vorbei: In allen gesellschaftlich bedeutenden Bereichen wird gespart, gekürzt und gestrichen. Diese hochehrenwürdige Speisung der Eliten soll aber unter der problematischen Haushaltslage nicht leiden dürfen. Mit einer solchen unverhohlenen Verschwendung und Anbiederung an einflussreiche Kreise macht sich die Stadt unglaubwürdig und lächerlich."

Der Bürgermeister mit der kürzesten Amtszeit in der Geschichte der Stadt darf sich jetzt wenigstens zum Schluss noch mal als Gastgeber präsentieren. Angedacht war, als diesjähriger Termin wohl der 25. Februar, aber es scheint, als hätte Christoph Ahlhaus das Ganze kurzerhand vor die Wahl gelegt. Jetzt werden es wohl die letzten kitschigen, wahlkampftauglichen Bilder vor dem großen Absturz werden. Auf die Frage ob und wenn ja, warum das Matthiae-Mahl 2011 vorverlegt wurde, möchte der Senat nicht so recht antworten.

Auch daran, aufgrund der angespannten Haushaltslage oder wegen der Neuwahlen auf das kostspielige Festessen zu verzichten, haben die Stadtoberen offensichtlich mal wieder keinen einzigen Gedanken verschwendet. Auf die Frage warum dies nicht erwogen wurde, antwortet der Senat mit einem unpassenden, ungenügenden "Nein".

Obwohl protokollarisch festgelegt ist, dass das Matthiae-Mahl nur dann stattfinden soll, "wenn die Zeitläufe es erlauben". "Eine grundsätzliche Definition oder Interpretation der Formulierung" hat der Senat nicht, wie die entsprechende Antwort einräumt. Diese traditionelle Anweisung, das Ganze im Falle des Zweifels eher abzusagen, entlarvt der Senat also selbst als hohle Phrase.

Aus der Tradition wird aber umso kräftiger geschöpft, wenn es darum geht die Gäste am Abend des Matthiae-Mahls möglicherweise zu Spenden für gemeinnützige Zwecke aufzurufen: "Eine solche Maßnahme wäre mit dem Charakter und der Tradition der Festveranstaltung unvereinbar."

380 Gäste werden erwartet. Ausländischer Ehrengast ist die dänische Ministerin für Klima und Energie und Ministerin für Gleichstellung, Frau Dr. Lykke Friis, inländischer Ehrengast der Bundesumweltminister, Herr Dr. Norbert Röttgen. Motto dieses Jahres: Hamburgs Titel als Europäische Umwelthauptstadt.