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19. Dezember 2007 Bezirk Altona

Masterplan Volkspark

Heute Morgen hat der Hamburger Senat einen Masterplan beschlossen, in dem der Altonaer Volkspark in Volkspark-Sportpark umbenannt werden soll. Dies verkündete der vom Senat geschickte Staatsrat den Vertretern des Haupt- und Grünausschusses der Altonaer Bezirksversammlung in einer öffentlichen Sitzung, die anschließend in eine nichtöffentliche Sitzung des Hauptausschusses mit dem Senatsvertreter überging. Der Masterplan selber wurde nur an die Mitglieder des Hauptausschusses übergeben, während die Öffentlichkeit mit einem bunten Flyer abgespeist wurde.
Erfreulich war, dass von den ursprünglich in der amerikanischen Rouse-Studie vorgeschlagenen Plänen zur Umwandlung des historischen Wald-Volksparks in eine Art Disneyland kaum etwas übrig geblieben ist. Dass dies auf den öffentlichen Druck zurückzuführen ist und nicht, wie von der CDU behauptet, sowieso nie beabsichtigt und nur von einigen Altonaer "Demagogen" zwecks Panikmache in die Welt gesetzt worden sei, versteht sich von selber, denn schließlich hat der Senat die Rouse-Studie in Auftrag gegeben und als einen Art Vor-Masterplan veröffentlicht, was die ganzen Reaktionen ja erst ausgelöst hat.
Entsprechend der Powerpoint-Präsentation sind die wesentlichen Punkte:
- Einrichtung eines Sport- und Trimmgeräte-Verleihs mit einer kleineren 'Sport-Start-Anlage' zwischen dem Haupteingang August-Kirche-Strasse und der noch bestehenden Trabrennbahn, deren Ende aber absehbar ist
- Einrichtung einer Mountainbike-Anlage im nordöstlichen Abschnitt des Bornmoors für Jugendliche
- Ausbau der Flächen zwischen und um die bereits ohne Masterplan geschaffenen Arenen (HSH-Nordbank, Colour Line und jetzt Volksbank) als 'Plaza' mit Cafés und Restaurants
- Errichtung von4 Parkhäusern auf den Flächen der jetzigen Parkplätze

Angedacht ist die Anlage eines Labyrinthgartens auf dem Gelände des bisherigen Polizeischießstandes zwischen Schulgarten und Kleingärten Richtung Autobahn. Für die Trabrennbahn soll es noch keine konkreten Pläne geben. Im Gespräch ist die Verlegung des Stadions von Altona 93 dorthin. Der Schulgarten, die Liegewiese und der Waldteil des Volksparks mit dem Tutenberg soll angeblich naturnah erhalten und lediglich mit Schildern und einer Teilbeleuchtung der Wege aufgewertet werden.Allerdings soll der ganze Volkspark einem professionellen Management unterstellt werden, womit das Altonaer Gartenbauamt offensichtlich nicht gemeint ist. Dies lässt gewiss nichts Gutes ahnen, zumal auch die Planung der Gastronomie im Volkspark noch nicht sehr weit vorangeschritten sei. Es ist davon auszugehen, dass ein professionelles Management sich und seine Vorhaben mittels der dafür erforderlichen Gastronomie finanzieren wird und dieser unter Denkmalschutz stehende Teil des Volksparks damit Stück für Stück der öffentlichen Kontrolle entzogen und eben doch kommerzialisiert wird, was mit dem durch Arenen und sonstige betonversiegelte Flächen ohnehin schon geschehen ist. Was das 'Verkehsrkonzept' anlangt, kann man eindeutig sagen, dass es keins ist. Der Bau einer U- oder S- oder Stadtbahn wurde ausgeschlossen. Die Argumente waren dürftig und konfus. Kein Geld ist angesichts des Baus der U4 in die Hafencity unglaubwürdig. Keine für die Trassenführung vorhandenen Flächen klingt auch nichtüberzeugend, da man ja auch unterirdisch eine Stichanbindung nach Stellingen bauen könnte. Und das Argument, dass das Streckennetz überfordert würde, wenn gleichzeitig nach dem Ende eines Spiels mehrere zehntausend Menschen wegströmten, gilt für den Autoverkehr um so mehr und ist in nahezu allen anderen deutschen und europäischen Städten mit Großstadien und entsprechender Schienenanbindung gelöst.Insgesamt stellt der Masterplan zwar ein Zurückrudern des Senats dar, aber vermutlich nur auf Zeit. Der Masterplan ist eher ein Schummelplan ohne wirklich offengelegtes Konzept und setzt letztlich darauf, noch mehr Menschen zu Sport-Events in den Volkspark zu locken, ohne eine vernünftige Lösung für die dadurch sich verschärfenden Verkehrsprobleme vorzulegen. Die weitere ökologische und und erholungswirksame Belastung der angeblich nicht betroffenen Teile des Volksparks liegt auf der Hand. Der in vieler Hinsicht eine Entlastungsmöglichkeit bieten könnende Deckel über die Autobahn ist kein Thema, dafür die Übergabe der Verfügungs- und Pflegegewalt von Altona an irgendeine vom Hamburger Senat bestimmte Agentur.Auch wenn es schlimmer hätte kommen können - kein guter Tag für Altona.

Robert Jarowoy, Spitzenkandidat DER LINKEN für die Bezirksversammlung Altona