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23. Januar 2012 Bürgerschaftsfraktion

Maklercourtage: MieterInnen sollen kein Cent bezahlen!

Laut Presseberichten plant die SPD-Bürgerschaftsfraktion eine Bundesratsinitiative, nach der die Maklerkostenzukünftig zwischen VermieterInnen und MieterInnen geteilt werden sollen.

Die wohnungspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Heike Sudmann, erklärt dazu: "Rund 16.000 ImmobilienmaklerInnen verdienen sich damit eine goldene Nase, dass sie den MieterInnen nach Abschluss eines Mietvertrages die Courtage abnehmen, obwohl sie eigentlich von den VermieterInnen beauftragt wurden. Das ist ein Unding und muss im bundesweiten Wohnungsvermittlungsgesetz endlich anders geregelt werden: Wer den Auftrag einer Wohnungsvermittlung vergibt, muss dafür auch die anfallenden Kosten begleichen."

In einer aufwändigen, "verbraucherorientierten Studie" vom Verein "wohnen im eigentum - die wohneigentümer e.V." stellte Helmut Hagemann im Juni 2006 fest, dass in Deutschland "die so genannten ortsüblichen Provisionen deutlich über dem Durchschnitt vieler anderer Länder und europaweit auf höchstem Niveau liegen". Und Hagemann konstatiert auch, dass "in mehreren Ländern der Verkäufer die Provision zahlt, seltener wird sie (anteilig) vom Käufer verlangt", während es in Deutschland genau umgekehrt sei. Auch wenn diese Studie sich auf den Verkauf bzw. Erwerb von Wohnimmobilien bezieht, stellt es sich mit dem Einsatz von MaklerInnen bei Vermietungen ganz ähnlich dar.

Heike Sudmann: "Die Aufteilung der Courtage auf VermieterInnen und MieterInnen ist inkonsequent. Es ist nicht einsehbar, dass MieterInnen angesichts des galoppierenden Mietenwahnsinns auch noch die Vermittlung einer oftmals überteuerten Wohnung zahlen sollen. Machen wir endlich Schluss mit der Hofierung der privaten MaklerInnen und legen die Courtage nach dem Bestellerprinzip auf die VermieterInnen um.
Im Übrigen fordert die Bürgerschaftsfraktion der LINKEN schon seit längerem, die privaten Maklerunternehmen zumindest durch eine kommunale Wohnungsagentur zu ergänzen. Wohnen ist ein soziales Grundrecht, von daher muss sowohl der Wohnungsbau, die Wohnungspflege und auch die Wohnungsvermittlung wieder zunehmend in die staatliche Verwaltung übernommen werden. Dadurch ließen sich die Qualität der Wohnungsberatung, die Vergleichbarkeit vorhandener Angebote und die Auswahl für die Wohnungssuchenden deutlich verbessern. Duisburg z.B. hat eine solche Kommunale Wohnvermittlungsstelle und nimmt von Wohnungssuchenden ohne Wohnberechtigungsschein eine einmalige Gebühr von 26 Euro für die Vermittlung einer Wohnung. Das wäre die richtige Perspektive!"