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15. Juli 2015 Dora Heyenn

Lücken in der medizinischen Erstversorgung unverantwortlich!

Das öffentliche Gesundheitswesen in Hamburg ist schon seit langem überfordert. Seit Jahren reicht das Personal nicht einmal um flächendeckend an den Hamburger Schulen Schuleingangsuntersuchungen durchzuführen. Immer mehr Kinder und Jugendliche haben psychische Problem und sie erhalten erst nach sehr langer Wartezeit Hilfe.
Jetzt kommen viele Kinder und Jugendliche nach Hamburg, die mit oder ohne Familienangehörigen auf der Flucht sind. Für alle Flüchtlinge ist wichtig, dass sie gleich nach ihrer Ankunft ärztlich untersucht werden.

Deshalb hat die Abgeordnete Dora Heyenn eine Anfrage (21/973) an den Senat gestellt. Nach §62 AsylVfG müssen alle Flüchtlinge auf übertragbare Krankheiten untersucht werden. Danach wurden im 1. Hj. 2015 von den insgesamt 12.536 Flüchtlingen 6.443 in Hamburg aufgenommen. Und nur die werden auch in Hamburg einer Gesundheitsuntersuchung unterzogen. Das sind aber eben nicht alle, sondern 5.729. Die Innenbehörde meint, dass eine Quote von 89% ausreichend ist.

Das sieht Dora Heyenn anders: “Es handelt sich schließlich um die Untersuchung auf übertragbare Krankheiten. Wenn bei 11% nicht abgeklärt wird, ob eine Infektionskrankheit vorliegt oder nicht, dann ist es für die Betroffenen und alle, die mit ihnen in Kontakt kommen, verheerend! Nicht umsonst haben andere Bundesländer bereits die Erstaufnahmeunterkünfte geschlossen, und zwar aus Infektionsgründen. Auch wenn der Senat wieder einmal Daten und Zahlen aufführt, die weder eindeutig aussagekräftig noch vergleichbar sind, kann der Ernst der Lage nicht verschleiert werden. Der Hamburger Senat muss mehr Personal und Ressourcen in den öffentlichen Gesundheitsdienst geben damit die medizinische Versorgung – auch für die Flüchtlinge –lückenlos gesichert wird.“