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22. März 2012 Bürgerschaftsfraktion

Linksfraktion zum Equal Pay Day 2012: Gesetzliche Mindestlöhne einführen, Managergehälter kappen!

Anlässlich des Equal Pay Day am 23. März, der alljährlich daran erinnert, dass Frauen im Durchschnitt fast drei Monate länger arbeiten müssen, um das gleiche zu verdienen wie Männer, erklärt Kersten Artus, frauen- und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft:

„Dass der Equal Pay Day am 23. März begangen wird, ist eine Schande für das gesamte Land. Es  bedeutet, dass Frauen fast drei Monate länger arbeiten müssen, um auf das Einkommen der Männer zu kommen, welches sie in den zwölf Monaten zuvor verdient haben. Die Ursachen sind vielschichtig, vor allem aber liegt der Grund in der schlechteren Bewertung von Arbeit und Arbeitsplätzen, die überwiegend von Frauen verrichtet werden. Vor allem Sozialkompetenz findet bei der Ausübung einer Arbeit keine Bewertung – hierin aber sind Frauen in der Regel top! Es wird Zeit, dass die Geschlechterbrille aufgesetzt und gerecht entlohnt wird.“

Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen liegen derzeit bei 23 Prozent. Dadurch befindet sich Deutschland im europäischen Vergleich auf den hinteren Rängen, gemeinsam mit Österreich, der Tschechischen Republik und Estland. Diese Ungleichheiten ziehen sich durch den gesamten weiblichen Lebenslauf: Der Anteil junger Frauen am Ausbildungsmarkt nimmt ab, die Situation am Arbeitsmarkt ist ähnlich. Frauen in höheren Positionen und Aufsichtsräten sind weiterhin dürr gesät. Die Folge: Wer wenig verdient, erwirbt weniger Rentenansprüche. Derzeit wird die Rentenlücke („Equal Pensions Gap“) auf 59 Prozent beziffert.

Die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE forderte zudem bereits zum 8. März 2012 einen Landesaktionsplan für gute Arbeitsplätze für Frauen (Drs 20/3236). Der Antrag wurde von der Bürgerschaft Ende Februar in den Ausschuss für Justiz und Gleichstellung sowie in den Sozialausschuss überwiesen.

„Es braucht endlich den Einsatz verbindlicher Instrumente, den Arbeitsmarkt geschlechtergerecht zu regulieren. Hierzu kann die Politik, ohne in die Tarifautonomie einzugreifen, gesetzliche Mindestlöhne verankern. Es gehört aber auch dazu, dass Managergehälter gekappt werden – und sich klar definiert am betrieblichen Durchschnittsgehalt orientieren“, sagt Kersten Artus, die in ihrer Eigenschaft als Vizepräsidentin der Bürgerschaft bei der Veranstaltung des Interkulturellen Frauenwirtschaftszentrums zum Equal Pay Day 2012 am 23. März in der patriotischen Gesellschaft ein Grußwort sprechen wird.