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2. August 2011 Bürgerschaftsfraktion

Linksfraktion unterstützt Festivitäten zum Christopher Street Day: Zehn Jahre Lebenspartnerschaft ist ein Baustein in der Geschichte der Gleichstellung

Der diesjährige Christopher Street Day steht im Zeichen des zehnten Jahrestages der eingetragenen Lebenspartnerschaft. Die Linksfraktion unterstützt die Feierlichkeiten. Kersten Artus, gleichstellungspolitische Sprecherin, ist Morgen Vormittag beim Hissen der Regenbogenflagge am Rathaus dabei und wird kommenden Sonnabend um 16 Uhr auf der Pride-Insel am Jungfernstieg am Polit-Talk teilnehmen - das dritte Jahr in Folge.

Kersten Artus merkt grundsätzlich und auch mit kritischen Untertönen an: "Mit der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaft vor zehn Jahren wurde zwar viel für die Gleichbehandlung von Lesben und Schwulen erreicht. Zugleich wurden gleichgeschlechtliche Paare aber weiterhin von der Ehe ausgeschlossen. Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist daher nur ein Baustein in der Geschichte der Gleichstellung. Das gesonderte Rechtsinstitut der eingetragenen Lebenspartnerschaft - neben der Ehe - hemmt auf Dauer den Vollzug der Gleichstellung. In Ländern wie Spanien, den Niederlanden, Belgien, Kanada, Südafrika, Norwegen und Portugal ist es bereits Normalität, dass Homosexuelle die Ehe nach dem Zivilrecht eingehen können. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland ist für eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe. Es wird also höchste Zeit, dass Deutschland sich diese Normalität zu Eigen macht."

Die Ehe bedarf zudem noch der Entrümpelung diskriminierender Elemente: "Das Ehegattensplitting gehört endlich in die Mottenkiste des Patriarchats. Aus allem ergibt sich, dass im Grunde auf die Institution Ehe komplett verzichtet werden kann. Es existieren doch eine Vielfalt von Lebensweisen und Familienformen, für die eine Ehe nicht in Frage kommt, die aber genauso das Recht auf Schutz haben: Einelternfamilien, zusammenlebende Freunde, Verwandte, Patchworkfamilien. DIE LINKE spricht sich deswegen für eine Politik aus, in der die Gleichbehandlung aller Lebensweisen leitendes Prinzip ist."

Die größte Herausforderung sieht Artus darin, die Herausbildung der sexuellen Identität von Jugendlichen zu unterstützen: "Hierfür nimmt Hamburg immer noch zu wenig Geld in die Hand." Homophobe Ansichten würden nicht aktiv genug bekämpft: "Da gibt es in den Schulen, aber nicht nur dort - Nachholbedarf!"