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12. Juli 2011 Bürgerschaftsfraktion

Linksfraktion Hamburg solidarisch mit den Streikenden im Versicherungsgewerbe!

Geht es nach den Versicherungskonzernen, würden neu eingestellte Angestellte, die Postausgänge bearbeiten, künftig bis zu 700 Euro weniger im Monat verdienen als ihre bereits beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Sie müssten befristete Verträge erdulden, die auf vier Jahre angelegt sind. Dagegen wehren sich die Belegschaften: Sie wollen sich nicht spalten lassen. Verdi ruft am 15. Juli zu bundesweiten Streiks auf, um diesen und weitere Angriffe abzuwehren, und um angemessene Gehaltserhöhungen durchzusetzen. Sechs Prozent werden für die 175.000 Menschen, die in den Versicherungen arbeiten, gefordert.

Kersten Artus, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Hamburger Linksfraktion: „Die Versicherer haben die Finanz- und Wirtschaftskrise gut gemeistert. Die Allianz, die weltweit über 13.000 Menschen beschäftigt, fuhr gerade eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte ein. Das ist den Beschäftigten zu verdanken. Sie müssen am Erfolg materiell beteiligt werden. Hamburg ist der drittgrößte Versicherungsstandort nach München und Köln und hat in 2010 den größten Arbeitsplatzabbau im Versicherungsgewerbe erlebt: Über zehn Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sind abgebaut worden. In den letzten Jahren hat es zudem nur noch Gehaltssteigerungen von durchschnittlich zwei Prozent gegeben. Das ist zu wenig gemessen am wirtschaftlichen Erfolg der Versicherer: Deutschland ist mit einem Prämienvolumen von 171 Milliarden Euro immerhin der fünftgrößte Versicherungsmarkt weltweit.“

Die Linksfraktion plädiert für konstruktive Tarifverhandlungen und fordert die Versicherungswirtschaft auf, keine weiteren Einschnitte vorzunehmen. Artus: „Eine Ausweitung der Befristungen auf bis zu vier Jahren forciert Rationalisierungsbestrebungen – weil Arbeitsplätze leichter abgebaut werden können. Die Beschäftigung im Niedriglohnsektor auszuweiten, können sich Hamburg und auch die Bundesrepublik nicht leisten, weil die Kaufkraft stark bleiben muss, um der Binnenkonjunktur nicht zu gefährden. Sechs Prozent mehr Gehalt sind wichtig für die volkswirtschaftliche Stabilität. “
Artus appelliert an die Versicherungswirtschaft: „Für Sie ist es ein Erfolgsfaktor, bei Ihren Kunden und Kundinnen, vertrauenswürdig und seriös zu sein. Wenden Sie dieses Prinzip auch auf ihre Angestellten an.“