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7. Oktober 2009 Bürgerschaftsfraktion

LINKE unterstützt Primarschule als Schritt in die richtige Richtung und lehnt Auslese nach der 6.Klasse ab

In ihrer heutigen Rede in der Hamburgischen Bürgerschaft zur Änderung des Schulgesetzes betonte Dora Heyenn, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin, dass eine Reform des Schulsystems lange überfällig sei. Sie forderte mehr Bildungsgerechtigkeit, eine Änderung des Lehrerarbeitszeitmodells und kritisierte die Initiative "Wir wollen lernen" scharf.

Zu viele SchülerInnen verlassen die Schule ohne Abschluss und Kinder, die nicht mindestens einen Akademiker als Elternteil haben, bekommen bei vergleichbaren Leistungen eine viermal schlechtere Chance Abitur zu machen. "Das ist die schärfste soziale Auslese im Bildungssystem, die es bundesweit gibt. Nun steht eine Schulreform an und sie ist heiß umkämpft - weniger im Parlament als außerhalb. Ich kenne keine Schulreform, die unumstritten war. Es geht dabei immer auch um Emotionen; es geht schließlich um Kinder. Es geht dabei immer um ungleich verteilte Bildungschancen und das bedeutet, dass die einen mehr Bildungsgerechtigkeit einfordern und die anderen wollen ihre Privilegien nicht abgeben."

Heyenn betonte, dass es sind schon jetzt zu wenige Lehrer an Hamburgs Schulen gebe. Nach GEW-Angaben fehlen 1000 Lehrkräfte. Deshalb sind die von der Senatorin in Aussicht gestellten ca. 300 neuen LehrerInnen nicht ausreichend. Zudem werden durch das vorliegende Schulgesetz, wie bei den letzten Veränderungen im Schulsystem, die Anforderungen an LehrerInnen steigen: Sowohl was die Arbeitszeit anbetrifft als auch ständig neue, zusätzlichen Aufgaben. "Wir fordern eine Änderung des Lehrerarbeitszeitmodells, die diesen Tatsachen Rechnung trägt und für alle zusätzlichen Aufgaben entsprechende Verkürzung der Unterrichtsverpflichtungen", forderte Heyenn.

"Nicht jedes Argument, das gegen die Schulreform vorgetragen wurde war wirklich ein Argument", sagte Heyenn zu dem Auftreten der VertreterInnen der Initiative "Wir wollen lernen" bei der öffentlichen Anhörung im Schulausschuss. Die Initiative disqualifizierte sich durch persönliche Angriffe und stellte Vergleiche mit Diktaturen und Totalitarismus an. Für die aktuelle NS-Entgleisung von Herrn Scheuerl fand Heyenn deutliche Worte: "Das ist unerträglich und von humanistischer Bildung ist es Lichtjahre - Hunderte von Lichtjahren - entfernt."

"DIE LINKE unterstützt die Einführung der Primarschule und hofft, dass damit längeres gemeinsames Lernen in Hamburg auf den Weg gebracht wird. DIE LINKE lehnt die Aufteilung nach der 6. Klasse in Stadtteilschule und Gymnasium ab. Insgesamt wird DIE LINKE sich enthalten. Mit dieser Abstimmung ist für uns das Thema nicht erledigt, wir werden die Schulreform kritisch begleiten", schloss Heyenn.