Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
6. Mai 2009 Bürgerschaftsfraktion

LINKE kritisiert dpa-Aufsichtsrat wegen Umzugs-Beschluss:

Politisches Manöver zu Lasten der Beschäftigten und des Medienstandorts Hamburg

Die Nachricht, dass die Deutsche Presseagentur mit ihren Zentralredaktionen nach Berlin zieht, wird von der medienpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Kersten Artus, scharf kritisiert:

"Der vom dpa-Aufsichtsrat beschlossene Umzug der Zentralredaktionen nach Berlin ist unverständlich. Er ist weder durch journalistische, noch durch produktionstechnisch nachvollziehbare Argumente begründet. Im Gegenteil: Es ist nicht davon auszugehen, dass die betroffene Belegschaft mit umzieht - Menschen sind an ihren Wohnort schließlich auch aufgrund familiärer Bindungen verwurzelt - sodass fachliches Knowhow auf der Strecke bleiben dürfte. 200 Menschen sind betroffen. Chefredakteur Wilm Herlyn hat sich offensichtlich nun endlich durchgesetzt. Aufsichtsratsmitglied Dr. Matthias Döpfner, der zugleich Vorstandschef von Axel Springer ist, dürfte den Umzug mit forciert haben: Auch Springer zog vor einigen Monaten mit der BILD und der WELT nach Berlin. Es droht zudem ein Großraumbüro, das mit zwei bis dreihundert Leuten gefüllt werden wird. Wie soll da noch kreative Arbeit möglich sein?

Der Umzug wird teuer, Insider schätzen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe. Dies ist unverantwortlich in Anbetracht von Kündigungen durch Kundinnen wie die WAZ, die auch ein großes Loch in den Etat von dpa reißen. Produktionstechnisch sind Standortverlagerungen in Anbetracht der heutigen technischen Möglichkeiten Blödsinn - insofern handelt es sich um ein reines Berlin zentriertes politisches Manöver, mit dem sich wohl einige Herren Denkmäler setzen wollen.

Die Entscheidung ist umso unverständlicher, weil die Belegschaft in der Vergangenheit mit Nullrunden und Personalabbau ihren Beitrag zur Kostenreduktion geleistet hat. DIE LINKE Fraktion spricht den Betroffenen ihre Solidarität aus und wünscht den Betriebsrat Erfolg bei der Durchsetzung eines guten Sozialplans."