Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
28. März 2012 Bürgerschaftsfraktion

LINKE fordert Kemal-Altun-Platz

Der Kemal-Altun-Platz in Altona heißt eigentlich seit Jahren schon so: Bei Google Maps, in offiziellen Drucksachen aus der 18. Legislaturperiode gebraucht der Senat die Bezeichnung Kemal-Altun-Platz. Im Dezember 2011 hat die Bezirksversammlung Altona beschlossen, dem Platz auch offiziell diesen Namen zu geben. Weil der Senat das bislang ablehnt, hat die Fraktion DIE LINKE das Ansinnen der Bezirksversammlung auf die heutige Tagesordnung der Hamburgischen Bürgerschaft gesetzt (TOP 64, Drs. 20/3535).

Kemal Altun hat sich am 30. August 1983 aus Angst vor einer Abschiebung an die türkische Militärjunta aus dem sechsten Stock des Berliner Verwaltungsgerichts in den Tod gestürzt. "Kemal Altun war kein Einzelfall. Er war lediglich der erste bekannt gewordene Fall eines Flüchtlings, der in Deutschland Suizid aus Furcht vor der Abschiebung beging. Deshalb ist er ein Symbol, auch für die Menschen in Hamburg, die dafür bekannt sind. Ihm folgten noch weit über hundert vergleichbare Fälle", sagte Cansu Özdemir, Fachsprecherin für Integration. "Und auch heute noch begehen Menschen Suizid, um einer Auslieferung zu entgehen. Auch in Hamburg".

Die Asylpolitik hat auch in Hamburg Opfer gefordert. Wadim warf sich in Hamburg vor einen Zug, nachdem er zweimal nach Lettland abgeschoben worden war. Viele HamburgerInnen kennen den Kemal-Altun-Platz nur unter diesem Namen, zahlreiche HamburgerInnen haben in den Jahren nach dem Tod von Kemal Altun wöchentlich dort demonstriert. Es gibt noch einen weiteren, traurigen Hamburg-Bezug: Noch heute fliehen Menschen nach Hamburg vor Waffen, die in Hamburg produziert und über Hamburgs Hafen verschifft und in der Türkei gegen die alevitische, kurdische und linke Opposition eingesetzt werden.

Die Fraktion DIE LINKE schließt sich auch der Forderung der Initiative an, die die Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Ramazan-Avci-Platz fordert. Und auch die Umbenennung der Straße in der Süleyman Tasköprü, dem Hamburger Opfer des NSU-Terrors, steht an. "Denn die Straße in der Süleyman Tasköprü erschossen wurde, heißt grausamer Weise Schützenstraße. Hamburg ist eine interkulturelle Stadt, die von Menschen mit Migrationshintergrund um ihre kulturelle Vielfalt bereichert wird. Und deshalb müssen wir mit den Straßen- und Platzbenennungen ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Menschenrechtsverletzungen setzen", schloss Özdemir.