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7. November 2008 Bürgerschaftsfraktion

Lindenplatz, St. Georg: Von wegen tolle Aufwertung

Am 12. November, um 16.30 Uhr, weihen Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust, Bezirksamtsleiter Markus Schreiber, Michael Mathe (Leiter des Dachamtes für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes) sowie Michael Westhagemann (Siemens AG) den in den vergangenen Monaten umgestalteten Lindenplatz an der Lindenstraße/Ecke Adenauerallee ein. Die Pressestelle des Senats mobilisiert dafür die Medien unter der Überschrift "Tolle Aufwertung für St. Georg".

Zweifellos ist die Herrichtung eines Platzes im Wohngebiet eine gute Sache. Und auch ein neuer "Quartiersplatz" bzw. "eine Platzfläche mit Aufenthaltsqualitäten für die Anwohner und Gewerbetreibenden" in einem ansonsten freiflächenarmen Viertel ist zu begrüßen. In diesem Sinne ist der Platz bereits am 3. Oktober mit einem Familienfest seitens des St. Georger Einwohnervereins eingeweiht worden.

Doch mit der angeblich "tollen Aufwertung" ist es so eine Sache. Schließlich haben die Aufschickungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren zu massiven Mietpreiserhöhungen und zur Umwandlung von knapp 300 günstigen Miet- in für das Gros gerade der langjährig ansässigen Bevölkerung unerschwingliche Eigentumswohnungen gesorgt. Der Ausländeranteil ist deswegen innerhalb von 15 Jahren von 52 auf 31% gesunken, andere im Durchschnitt einkommensärmere Schichten und insbesondere Familien haben den Stadtteil in hoher Zahl verlassen, der Kinder- und Jugendanteil beträgt heute nur noch gut 8%, halb so viel wie im Hamburger Mittel.

Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Dr. Joachim Bischoff, erklärt dazu:

"DIE LINKE begrüßt die Herrichtung des Lindenplatzes zu einem für die Menschen vor Ort nutzbaren Quartiersplatz. Angesichts der Vielzahl an 'Aufwertungsprojekten' in St. Georg ist allerdings überfällig, sich seitens des Senats und des Bezirks endlich auch darüber Gedanken zu machen, wie die berechtigten Wünsche der Bevölkerung, nicht verdrängt zu werden, realisiert werden können. Seit mehr als einem Jahrzehnt weigern sich die politisch Verantwortlichen, eine soziale Erhaltenssatzung als Schutz gegen die anhaltende Umwandlungswelle für ganz St. Georg zu verabschieden. Im Übrigen weisen wir alle Bestrebungen zurück, einen Teil des öffentlichen Platzes als Siemens-Platz einzuweihen, weil diese Firma sich mit einem Teilbetrag an den Umgestaltungskosten beteiligt hat."