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28. Mai 2008 Bürgerschaftsfraktion

Leiharbeit forciert Lohndumping – auch in Hamburg. DIE LINKE fordert “Equal pay for Equal Work!”

Aus Anlass der Leiharbeit-Tour der IG Metall, deren Truck am 29. Mai an der Unterelbe Station macht, erklären Elisabeth Baum und Kersten Artus, die gewerkschaftspolitischen Sprecherinnen der Fraktion DIE LINKE. in der Hamburgischen Bürgerschaft: 

Arbeit, von der man leben kann – das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Allerdings versuchen die Unternehmen immer massiver, Löhne und Gehälter zu drücken und soziale Standards an den Arbeitsplätzen abzubauen. Leiharbeit ist dabei ein wichtiges Unternehmer-Instrument. Leiharbeit ist auch in Hamburg verbreitet – und weitet sich immer mehr aus: Im Einzelhandel, zum Beispiel bei den Bahnhofskiosken aber auch im Gesundheitswesen oder bei Airbus. Viele Menschen verdienen mit der Zeitarbeit ihr Brot – doch sie verdienen erheblich weniger und haben weniger Schutzrechte als die Beschäftigen der Stammbelegschaften – selbst wenn Leiharbeitsfirmen Betriebsräte oder einen Tarifvertrag haben. Es gibt zwar Tarifverträge, die die Löhne und den einen oder anderen Standard festlegen, aber die Eingruppierung der ArbeitnehmerInnen obliegt den Zeitarbeitsfirmen. So werden Ingenieurinnen und Ingenieure oder Facharbeiterinnen und Facharbeiter in die untersten Entgeltgruppen eingestuft, aber auch durchaus in qualifizierte Stellen vermittelt, ohne Chance auf angemessene und gerechte Entlohnung.

Genauso verhält es sich mit der Flexibilisierung. Sehr kurzfristige Personaldispositionen erfordern ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und eine schnelle Auffassungsgabe der ArbeitnehmerInnen, die in keinster Weise honoriert wird.

Wir fordern:

  • Gleiche Bezahlung vom ersten Tag der Beschäftigung an und die Eingruppierung nach Qualifikation der ArbeitnehmerInnen sowie Möglichkeiten zur Weiterbildung.
  • Einen Flexibilisierungszuschlag, der einen kleinen Teil des Aufwandes wieder ausgleichen soll.
  • Die Anzahl der ZeitarbeitnehmerInnen soll in einem angemessenen Verhältnis zur Stammbelegschaft stehen.
  • Es müssen Wege gefunden werden, die Betriebs – und Personalräte besser über Zeitarbeit zu informieren, damit mit den ZeitarbeitnehmerInnen ein gangbarer Weg gefunden werden kann, ohne dass irgendjemand benachteiligt wird.

Unternehmerische Freiheit darf nicht höher bewertet werden als die Menschenrechte in der Arbeitswelt.