Zurück zur Startseite

Kontakt zur Pressestelle

DIE LINKE,
Landesverband Hamburg
Pressestelle,
Martin Wittmaack
Wendenstr. 6 • 20097 Hamburg
presse@die-linke-hamburg.de
+49 -(0)176 - 600 22 592

 
18. August 2010 Bürgerschaftsfraktion

Leiharbeit bei Airbus: LINKE solidarisch mit Belegschaft

Entschuldigt sich Olaf Scholz heute in Finkenwerder? 2.000 Leiharbeitnehmer bei Airbus sind von Arbeitsplatzverlust bedroht. Linksfraktion fordert: Schluss mit dem Verleihen vom menschlicher Arbeitskraft! Gleiche Rechte für alle!

Leiharbeit boomt - kein Wunder, ist sie doch für die Unternehmen eine bequeme Methode, Arbeitskosten nach Belieben zu variieren. So auch bei Airbus in Hamburg: Nachdem sich Airbus bereits 1.000 der 5.000 Leiharbeitnehmer entledigt hat, sind weitere 2.000 vom Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht. Lediglich 500 von ihnen soll eine Festanstellung angeboten werden. Ausgerechnet Olaf Scholz spricht heute auf einer Kundgebung der IG Metall gegen Leiharbeit. Er ist mitverantwortlich für die Rechtlosigkeit der Betroffenen.

Kersten Artus, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, findet das skandalös: "Will sich der Ex-Bundesarbeitsminister Scholz heute bei den Arbeitern entschuldigen und Airbus geißeln? Das gibt den Betroffenen auch keine Arbeitsplatzsicherheit. Wir haben gemeinsam mit den Gewerkschaften immer auf die prekäre Situation von Leiharbeitern hingewiesen. Sie sind Beschäftigte zweiter Klasse. rechtloser, schlechter bezahlt, überproportional von Entlassungen bedroht."

Jede dritte neu zu besetzende Stelle ist bundesweit mittlerweile ein Zeitarbeits-Job. Das ergab eine aktuelle Anfrage der Bundestagsfraktion der LINKEN vor drei Wochen. Das bedeutet: Immer mehr Menschen werden verliehen, anstatt einen festen Arbeitsplatz zu haben: Aktuell sind es 750.000. Sie verdienen bis zu einem Viertel weniger als Festangestellte. Und nur sieben Prozent aller LeiharbeiterInnen schaffen es, in die Stammbelegschaft zu wechseln, ergab eine Studie des IAB. Sie haben ein größeres Entlassungsrisiko.

Kersten Artus: "Leiharbeit ist weder ein Branche noch ein Wirtschaftszweig. Sie wurde systematisch gezüchtet von jenen, die die Unternehmer bedienen wollten. Das war Anfang 2000 Rot-Grün und später die Große Koalition, unter der Olaf Scholz Arbeitsminister gewesen ist. Scholz hat die Leiharbeit zum Regelfall gemacht. Er räumt mittlerweile zwar ein, dass er da wohl was falsch gemacht hat. Aber selbst jetzt noch will die SPD nur halbherzige Korrekturen: So fordert sie einen Mindestlohn in der Leiharbeit. Wir aber sagen: Leiharbeit muss genauso bezahlt werden wie jede andere Arbeit! Wir sagen auch: Wer Leiharbeiter ist, sollte noch einen Flexibilitätszuschlag erhalten, weil er besonders benachteiligt ist!"

Die Linksfraktion unterstützt die Aktion der IG Metall und erklärt sich solidarisch mit der gesamten Belegschaft. Sie appelliert, sich nicht spalten zu lassen. Im Gegenteil: Dem Betriebsrat sind die gleichen Beteiligungsrechte zuzugestehen, die er auch bei anderen Einstellungen hat. Artus fordert Airbus auf, alle Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis zu übernehmen und sie - im Falle von unvermeidbaren betriebsbedingten Kündigungen - genauso zu behandeln wie Festangestellte: Mit einem Sozialplan, unter Berücksichtigung der Sozialauswahl.