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8. Juni 2011 Bürgerschaftsfraktion

Lange Nacht des Sports: kostenfrei und bevorzugt in benachteiligten Quartieren

Bei der heutigen Bürgerschaftssitzung steht der SPD-Antrag "Lange Nacht des Sports - jetzt auch in Hamburg!" zur Diskussion, der den Auftrag an den Senat beinhaltet "zu prüfen, ob und unter welchen finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen sich das Konzept ... in Hamburg durchführen lässt". Mit dem entsprechenden Veranstaltungsformat sollen positive Erfahrungen auf Hamburg übertragen werden, die seit 2006 in einer Reihe anderer Städte gesammelt worden sind. Dabei geht es darum, an einem ausgewählten Abend den "Sport im Herzen der Stadt" mit vielerlei Vorführungen und Mitmachaktionen zu präsentieren. Unter Beteiligung von Vereinen und Verbänden sollen neben den eigenen Hallen und Sporthallen vor allem auch Straßen und öffentliche Plätze bespielt werden. Der gemeinnützige Anbieter "SportSAX e.V.", der seit vergangenem Jahr durch die Bundesrepublik tourt und solche Veranstaltungen ausrichtet, folgt dabei einem Gedanken Dr. Hans-Jürgen Schulkes, des ehemaligen Hamburger Sportamtsleiters von 2000 bis 2005, der formulierte, dass der Sport "mitten hinein in das städtische Leben" gehöre und "sich in Wohnort- und Arbeitsplatznähe, aber auch in der Innenstadt entfalten" müsse.

"Ich begrüße das Ansinnen des SPD-Antrages nachdrücklich, ermöglicht eine Lange Nacht des Sports doch, der breiten Beteiligung und der Belebung von Straßen und Plätzen neue Impulse zu geben. Mir ist es allerdings nicht so wichtig, dass sich Hamburg mit einer etwaigen Durchführung 2012 als erste nord-deutsche Metropole ,profiliert', wie es im SPD-Antrag heißt, vielmehr sehe ich eine solche Sportnacht als eine gute Chance, gerade Jugendliche verstärkt anzusprechen und die integrativen Seiten des Sporttreibens zu veranschaulichen. Ich würde mir wünschen, dass die Veranstaltungen bevorzugt in benachteiligten Quartieren stattfinden, da hier auch die Sportbewegung vor der Herausforderung steht, einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit zu liefern", erklärt der sportpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Joachim Bischoff.

Es darf nicht sein, dass alle Kinder in betuchten Stadtteilen bis zum Ende der vierten Klasse Schwimmen lernen, während sich z.B. in Billstedt und Wilhelmsburg oft nicht einmal 5 % über Wasser halten können, wie die DLRG Hamburg kürzlich feststellte. Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass die Sportaktionen bei einer solchen Veranstaltung kostenfrei bleiben müssen. Es ist wichtig für den Breitensport zu werben und die Lange Nacht des Sports ist ein möglicher Ansatz. Aber gerade in Hamburg muss auch die praktische Umsetzung des Breitensports, müssen die Rahmenbedingungen stärker in den Blickpunkt gerückt werden. Es bedarf dringend einer Ausweitung der finanziellen Unterstützung der Vereine, gleichzeitig gilt es, endlich die Sportstätten umfassend zu sanieren, qualitativ zu verbessern und auszubauen.