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16. September 2011 Bürgerschaftsfraktion

"Kultur- und Naturkundemuseum" Kaltehofe: sanfter Umgang mit den verbliebenen Naturflächen und BürgerInnenbeteiligung sieht anders aus

Tobias Bräuning / pixelio.de

Am kommenden Sonntag wird auf einem Teil (ca. elf Hektar) des alten Gelände der Wasserkunst Kaltehofe ein neues „Kultur- und Naturkundemuseum“ eröffnet. Der Bau des neun Millionen Euro kostenden „Wasserkunst-Museums“ und der dazu gehörigen Anlage ist zu jeweils 50 % vom städtischen Unternehmen „Hamburg Wasser“ und aus Bundeskonjunkturmitteln finanziert worden. Mit der Anlage verbunden ist die teilweise Öffnung des Geländes für PKWs, die über eine Strecke von einem halben Kilometer nunmehr einen Parkplatz mitten auf dem bisher autofreien Kaltehofe-Gelände von Hamburg Wasser ansteuern können.

Die stadtentwicklungs- und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Heike Sudmann, erklärt dazu:

„Ein neues Industriemuseum ist sicher eine schöne Sache. Zur Meldung in einer heute erschienenen Tageszeitung, dass es sich um ‚ein einzigartiges Kultur- und Naturmuseum’ handele, ist allerdings hinzuzufügen – und dies wird in der Presse nirgendwo erwähnt –, dass zugleich auch ein einzigartiges, friedvolles Natur- und Kulturensemble in Teilen zerstört worden ist. Durch die Öffnung des bisher für den Autoverkehr geschlossenen Terrains in Form einer über etwas 500 Meter befahrbaren Straße ist die Ruhe, die jahrzehntelange Abwesenheit von Lärm und Abgasen dahin. Diese Zuwegung hätte nicht sein müssen und ist auch gegen den ausdrücklichen Protest ortsansässiger Initiativen durchgesetzt worden. Insofern kaschieren die offiziellen Verlautbarungen, es handele sich um ein besonders gelungenes Beispiel für BürgerInnenbeteiligung, auch in diesem Falle die realen Verhältnisse. Zudem bedeutet die Öffnung des Geländes für den PKW-Verkehr, dass damit eine genau gegenteilige Vereinbarung aus dem ‚Agenda-21-Prozess Kaltehofe’ gebrochen wird. Der sanfte Umgang mit den verbliebenen Naturflächen sieht anders aus. Und ernsthafte, ehrlich gemeinte BürgerInnenbeteiligung sowieso.“