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20. März 2012 Bürgerschaftsfraktion

Kreativwirtschafts-Bericht: Geringfügig Beschäftigte nicht außer Acht lassen!

© Gerd Altmann / pixelio.de

Die Linksfraktion begrüßt den heute vorgelegten Kreativwirtschaftsbericht 2012 für Hamburg, bedauert aber, dass darin der prekären sozialen Situation von künstlerisch und kreativ Arbeitenden zu wenig Raum gegeben wird.

Dazu Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft und Vorsitzender des Kulturausschusses: „Als Grundlage für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Situation der Kultur- und Kreativwirtschaft in Hamburg begrüßen wir den Bericht. Auch ist es erfreulich, nachlesen zu können, dass die Kreativwirtschaft in Hamburg so kräftig ist. Allerdings fehlt uns von öffentlicher Seite eine kritische Reflektion der prekären Beschäftigungsverhältnisse im Kreativwirtschafts- und Kulturbereich.

Auf dem Buchdeckel des Berichts ist die Zahl 78.775 angegeben. Die Fußnote klärt darüber auf: „78.775 arbeiten in der Hamburger Kreativwirtschaft.“ Da aber Erwerbstätige mit einem Jahreseinkommen unter 17.500 Euro von der Statistik nicht erfasst werden, ist die Zahl auf der Titelseite nicht korrekt, wie der Bericht selbst einräumt.

„Dass geringfügig Beschäftigte statistisch nicht erfasst werden, ist im Kulturbereich ein besonders großes Problem. Die vielen Menschen in ungesicherten Arbeitsverhältnissen, die vielen PraktikantInnen und VolontärInnen tauchen, wie immer, nicht explizit auf. Und das obwohl ihre Arbeit in erheblichem Maße zum enormen Umsatz im Kreativwirtschaftsbereich beiträgt. Der Bericht überlässt es den Kommentaren der Kreativen, diesen Punkt anzusprechen. Die kritische Auseinandersetzung mit dieser Problematik scheint nach wie vor ein Tabu zu sein. Dies zu thematisieren ist aber genau die Verantwortung, die die öffentliche Seite übernehmen sollte“, so Norbert Hackbusch abschließend.