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3. Januar 2011 Bürgerschaftsfraktion

Kosten für „Kampfhunde“: CDU, GAL und SPD sind Schuld an hohen Kosten

Mit scharfen Worten kommentiert die Tierschutzexpertin der Linksfraktion Kersten Artus die aufgeflammte Debatte um die hohen Kosten in Hamburger Tierheimen für so genannte Kampfhunde:

Wer sich jetzt über hohe Tierhaltungskosten aufregt, verkennt die Tatsache, dass bestimmte Hundearten wie Aussätzige gebrandmarkt sind. Wer will sich so ein Tier halten, wenn einkalkuliert werden muss, ständig auf der Straße beschimpft zu werden? Es ist kein Wunder, dass sich bestimmte Hunde nicht vermitteln lassen, denn CDU, SPD und auch die GAL haben nichts zur Normalisierung im Umgang mit ihnen beigetragen. Im Gegenteil: ihre Bürgerschaftsfraktionen haben die Chance verpasst, das Hundegesetz nach wissenschaftlichem Stand auszugestalten. Stattdessen wurden erneut bestimmte Rassen als unwiderlegbar gefährlich deklariert. Es ist unter ExpertInnen unbestritten, dass keine Hunderasse an sich gefährlich ist, sondern es auf die Haltung und die Erziehung eines Tieres ankommt.Artus verweist darauf, dass in jedem Bundesland andere Hunde als gefährlich gelten und Rassen wie der Schäferhund häufig in den Beißstatistiken auftauchen, jedoch nicht als gefährlich gelten.

Artus fordert, Hundeauslaufflächen in Hamburg besser zu kennzeichnen und ggf. mit tiergerechten Spielgeräten auszugestalten. Sie erneuert den Vorschlag der Hamburger Linksfraktion, dass vor dem Kauf eines Tieres eine fachliche Beratung erfolgen muss – zum Beispiel durch TierärztInnen. Dann können künftige HundehalterInnen herausfinden, ob ein Tier wirklich zu ihnen passt und ob sie dem Aufwand, den ein Tier an Zeit, Kosten und aufgrund der Lebensdauer mit sich bringt, gewachsen sind. Außerdem müsse geprüft werden, das Tierheim wieder in staatliches Eigentum zu überführen, damit niemand aufgrund der Stigmatisierung von Hunden Geld verdient. Infrage gestellt werden müsse auch, ob den ZüchterInnen engere Grenzen gesetzt werden – hier müssten sich die Bundesländer besser abstimmen und zusammenarbeiten.

Wenn die SPD nun ankündigt, das Hundegesetz „auf den Prüfstand zu stellen“, wird sich die Linksfraktion aktiv beteiligen und dies vorantreiben. Allerdings muss vor allem der Umgang mit bestimmten Rassen auf den Prüfstand – versachlicht und tiergerecht: „Hunde sind seit Jahrtausenden domestizierte Haustiere und feste Partner des Menschen. Das wirklich gefährliche Lebewesen ist wenn überhaupt am anderen Ende der Leine zu suchen“, sagt Artus abschließend.