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1. Dezember 2014 Bürgerschaftsfraktion

Kohlekraftwerk Moorburg darf jährlich 1,12 Tonnen Quecksilber in Hamburgs Luft pusten

Kraftwerk Moorburg / San Andreas [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], Wikimedia Commons

Für das Kraftwerk Moorburg wurden jährlich 1,12 Tonnen Quecksilberemission bei Volllast beider Blöcke genehmigt. Damit übertrifft Hamburgs neueste Dreckschleuder das Kraftwerk Tiefstack deutlich: Auch wenn die Emissionen gegenüber den letzten drei Jahren deutlich gestiegen sind, hat Tiefstack im zurückliegenden Jahr nur 30 Kilogramm Quecksilber ausgestoßen. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (Drs. 20/13666) der umweltpolitische Sprecherin und Fraktionsvorsitzenden Dora Heyenn hervor. Heyenn fordert eine deutliche Verschärfung der Grenzwerte.  Das in unmittelbarer Nähe von Hamburg gelegene Kohlekraftwerk Wedel fügte den Emissionen der beiden Hamburgischen Kraftwerke laut Vattenfall im Jahr 2012 noch 83 Kilogramm Quecksilber hinzu.
 
Dazu erklärt Dora Heyenn: „Dass das Kohlekraftwerk Moorburg mit jährlich 1,12 Tonnen Quecksilber Hamburgs Luft verpesten darf ist alarmierend. Kohlekraftwerke sind nicht nur klimaschädlich, sondern auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Mit Inbetriebnahme beider Blöcke ist eine erhebliche Zunahme der Schadstoffbelastungen ab Mitte 2015 zu erwarten. Insbesondere die BewohnerInnen der  Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg werden damit gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Der aktuell geltende Tagesdurchschnitt von 30 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Abgas ist viel zu hoch. Würden in Hamburg die amerikanischen Grenzwerte gelten, dürfte das Kraftwerk Moorburg nicht in Betrieb gehen und das Heizkraftwerk Tiefstack müsste nachgerüstet oder sogar abgeschaltet werden.“
 
Längst ist es technisch möglich, die Umweltbelastungen erheblich zu reduzieren. Die USA werden ab 2016 die Quecksilber-Grenzwerte für Kohlekraftwerke auf 1,4 Mikrogramm im Monatsmittel per Kubikmeter senken, weil Quecksilber nicht nur das Nervensystem schädigt, sondern auch weitere gesundheitliche Schäden wie u.a. Herz-Kreislauferkrankungen, Nieren- und Leberschäden sowie Schäden am Immunsystem verursachen kann. Bei Einführung der EU-Richtlinie für Industrieemissionen 2012 hat DIE LINKE im Bundestag die hohen Grenzwerte kritisiert. DIE LINKE fordert eine  Absenkung der Quecksilber-Emissionen im Rahmen einer Ertüchtigung der Abluftreinigungsverfahren.