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22. Oktober 2008 Bürgerschaftsfraktion

Kita-Schließung: Das Patriarchat lässt grüßen - Hamburgs Gesetze befinden sich noch in den 50er Jahren

Die nunmehr endgültige Schließung der Kita Sterni-Park in Othmarschen ist nicht nur kinder- und familienfeindlich, sondern schadet massiv den Frauen, die nach wie vor die Hauptverantwortung in der Kinderbetreuung haben - ob sie berufstätig sind oder nicht. Vor allem die Mütter müssen nun innerhalb weniger Tage neue Plätze für ihre Kinder finden, damit sie ihren Beruf weiter ausüben können.

"Ich kann die ungewohnt einhellige Aufregung der bürgerlichen Parteien CDU, SPD, GAL und auch der kleinen Gruppe FDP-Mitglieder in Hamburg gut verstehen", sagt die frauenpolitische Sprecherin Kersten Artus. "Dass sie sich nun eifrig bemühen, Gesetzesänderungen zu versprechen. Auch die Naivität des Bezirksamtsleiters Altona, Herr Warmke-Rose, der mit einer Ausnahmeregelung für die 60 Plätze umfassende Kita in der Reventlowstraße gerechnet hatte, überrascht mich nicht. Heute kann es sich keine Partei mehr leisten, sich der Rache der Frauen auszusetzen, die sich von Parteien abwenden, die sich nicht für ihre Belange einsetzen. Dazu gehört das Recht auf eine bezahlte Arbeit! Das aber geht nicht, wenn die pädagogisch vernünftige Betreuung der Kinder nicht gewährleistet ist."

Artus kritisiert: "Die patriarchale Bürokratie und die überwiegend von Männern gestrickten Gesetze wie das Baurecht haben die Parteien bei ihrem Bestreben, sich für berufstätige Mütter, Familien und Kinder zu engagieren, leider "vergessen" bzw. falsch eingeschätzt. Deswegen ist es kein Wunder, dass nun eine Kita geschlossen werden muss, weil es sich um ein reines Wohngebiet handelt. Der Autolärm wird aber nicht ausgeschlossen! Autos dürfen Lärm machen, Kinder nicht. Das ist Männerlogik, nichts anderes!"

Kersten Artus fordert: "Wir brauchen nicht nur eine Neufassung der Gesetze, einschließlich des Baurechts. Es steht eine umfassende Analyse der Abläufe in den Behörden und der Gesetzgebung an, inwieweit sie geschlechtsspezifische Auswirkungen haben. Frauenpolitisch befinden sich Hamburgs Gesetze und Verordnungen offensichtlich noch in den 50er Jahren."