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2. Februar 2015 Bürgerschaftsfraktion

Kita-Proteste: Satt und sauber genügt eben nicht!

Am 4. Februar wollen viele Kita-Einrichtungen symbolisch ihre Bildungsempfehlungen abgeben, weil trotz kleiner Verbesserungen bei den Personalschlüsseln für die bis zu dreijährigen Krippenkinder, die Qualität in der Kindertagesbetreuung nicht für mehr als satt und sauber reicht.

Dazu erklärt Mehmet Yildiz, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der Protest ist notwendig und es überrascht mich nicht, dass er weiter geführt wird. Ich habe im Dezember 2014 eine Kita besucht und habe für die nächsten Tage weitere Kita- Besuche vereinbart. Die Situation vor Ort ist sehr angespannt. Die jetzigen Personalschlüssel langen gerade für die Aufrechterhaltung des Betriebes. Sobald krankheitsbedingte Ausfälle oder besondere pädagogische Herausforderungen auftreten, wird es sehr, sehr eng in den Kitas. Die Beschäftigten sind überarbeitet und die Förderung der Kinder erfolgt nicht so wie es sein müsste. Ich fordere den Senat erneut auf, endlich Ausfallzeiten wie Krankheit und Vor- und Nachbereitungszeiten oder Elterngespräche in den Personalschlüsseln zu berücksichtigen. Was an den Schulen geht, muss auch in der frühkindlichen Bildung möglich sein.“

Mehmet Yildiz wird aus Solidarität mit den Protestierenden vor Ort sein. Der Fachsprecher für Kinder, Jugend und Familie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass selbst der Landesrechnungshof die schlechten Personalschlüssel in Hamburgs Kitas rügt.

„Die Eckpunktevereinbarung verbessert die Personalstandards nur in homöopathischen Dosen. Die drei- bis sechsjährigen Elementarkinder werden ganz vergessen. Jeder Euro in der Förderung refinanziert sich mit dem Faktor 5. Dieses Geld ist klug angelegt und vermeidet hohe Folgekosten in nachgelagerten Sozialsystemen. Ich fordere den Senat erneut auf, sein Angebot nachzubessern“, schließt Yildiz.

Hintergrund:

Am 10. Dezember 2014 vereinbarte der jetzige Senat mit den Kita-Fachverbänden in einem Eckpunktepapier eine rund zehnprozentige Verbesserung der Personalschlüssel für den Bereich der bis zu dreijährigen Krippenkinder. Die über dreijährigen Kinder gehen leer aus. In der Realität bedeuten die vereinbarten Personalschlüssel sogar weniger als zehn Prozent. Für reine Elementargruppen stellen sich Verluste ein.