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26. Mai 2014 Bürgerschaftsfraktion

Kinderschutz: Hilfe vor Ort statt Zwang und Zentralisierung!

RainerSturm / pixelio.de

Nach neuesten Plänen von Sozialsenator Scheele müssen die Jugendämter bei jedem Verdacht auf Vernachlässigung, Misshandlung oder selbstverletzendes Verhalten von Kindern die Rechtsmedizin des UKE einschalten. „Über Hamburgs Kinderschutzpolitik kann man nur noch verzweifeln“, erklärt dazu Mehmet Yildiz, familien-, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Wieder setzt Senator Scheele auf Zentralisierung und Zwang, ohne die Fachkräfte vor Ort einzubinden. Mit einer einzigen zusätzlichen Kinderärztin am UKE, die nun für ganz Hamburg alle Verdachtsfälle verbindlich untersuchen soll, täuscht Scheele vor, dass der Kinderschutz besser wird.“ Nun soll jedes Kind aus Neugraben, Bergedorf oder Ochsenzoll, bei dem das jeweils zuständige Jugendamt auch nur Verdacht schöpft, zum UKE nach Eppendorf gebracht werden. „Natürlich müssen die Kinder von JugendamtsmitarbeiterInnen  begleitet werden, die schon jetzt völlig überlastet sind. Und hat der Senator eigentlich mal die Wartezeiten hochgerechnet? 2012 gab es immerhin 12.236 Verdachtsfälle!“

Yildiz plädiert statt dieser Maßnahme für die Bildung multiprofessioneller Teams in den Bezirken, die schnell vertrauensvoll miteinander agieren können, ohne lange Wartelisten und ohne komplizierte Kommunikationswege, wie sie auch im PUA Yagmur deutlich wurden. „Professor Püschel sollte seine KollegInnen in den bezirklichen Gesundheitsämtern schulen“, fordert der Fachpolitiker. „Das ist mit dieser einen zusätzlichen Stelle zu machen. So schafft man ein nachhaltiges Angebot und hält die Zugangsschwelle niedrig. Denn Eltern sind sicher eher bereit, ihre Kinder im eigenen bezirklichen Gesundheitsamt vor Ort einem Arzt vorzustellen, als mit ihnen zur Rechtsmedizin nach Eppendorf zu müssen.“