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10. Oktober 2008 Fraktion Wandsbek

Kinderarmut in Wandsbek - Öffentliche Anhörung durch den Fachausschuss der Bezirksversammlung

Öffentliche Anhörung durch den Fachausschuss der Bezirksversammlung am 09.10.2008 im Jenfeld-Haus.

Auf Antrag der Linksfraktion hatte der Ausschuss für soziale Stadtentwicklung am Donnerstag, den 09.10. zu einer öffentlichen Anhörung ins Jenfeld-Haus geladen.

Vor rund 80 interessierten Zuhörern (Praktiker aus Einrichtungen, Schulen und Kitas und persönlich Betroffene) sprachen als Referenten

Frau Dr. Ursel Becher, Sozialwissenschaftlerin
Herr Dr. Dirk Hauer, Diakonie Hamburg
Frau Angela Zielke, Schulleiterin der Grundschule Wildschwanbrook

Einhellig vertraten die Fachleute die Auffassung, dass Kinderarmut zugleich Familienarmut sei und ohne eine Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes und bedarfsgerechter Einkommen nicht gelöst werden könne.

Frau Dr. Becher wies darauf hin, dass in Stadtteilen wie Jenfeld oder Steilshoop zwischen 40% und 50% der Kinder unter 15 Jahren in Haushalten leben, die von Hartz IV abhängig sind.

Herr Dr. Hauer wies auf die beschämend geringen Hartz IV- Regelsätze hin. Danach stehen einem Kind  bis 13 Jahre zum Beispiel für Bücher und Broschüren 3,34 Euro und für Fahrkarten für Bus und Bahn nur 6,74 Euro monatlich zur Verfügung.

Frau Zielke schilderte die Erfahrungen im schulischen Alltag. Knappe Mittel, beengter Wohnraum und Bildungsarmut führen auch zu seelischer Armut. Kinder verkümmern und sind häufig zu keinen seelischen Emotionen mehr fähig.

Vasco Schultz, Bezirksabgeordneter der LINKEN stellte den aktuellen Bezug zur gegenwärtigen Finanzkrise her. „Das Problem der Armut und Kinderarmut ist seit Jahrzehnten bekannt. Aber immer wieder wird gesagt: Kein Geld da! Wenn aber eine Bank droht, in die Pleite abzurutschen, dann sind plötzlich Milliarden da. Das ist ein ausgemachter Skandal!“

Nach Auswertung der Anhörung wird sich der Ausschuss mit dem Thema weiter befassen.
Die Linksfraktion hat schon angekündigt, die Ergebnisse in politische Initiativen umsetzen zu wollen.

Dazu Frank Hiemer, Mitglied im Ausschuss und Sprecher der Wandsbeker LINKEN: „Die Fakten sind weitgehend bekannt, viele Veranstaltungen haben stattgefunden. In Wandsbek unternehmen wir erneut einen Vorstoß, damit auf Landes- und Bundesebene endlich Geld in die Hand genommen wird, diesen Skandal zu bekämpfen“.

Für Rückfragen: Vasco Schultz unter Telefon: 0173-58 408 37