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21. Mai 2014 Bürgerschaftsfraktion

Kinder brauchen Wohnungen, keine Hotels

Foto: erysipel/pixelio

Seit 2012 bringt der Senat wieder wohnungslose Familien in Hotels unter. 2013 waren es 217 Familien, im laufenden Jahr sind es bereits wieder 39. Betroffen sind auch immer wieder Familien mit Säuglingen. „Hotelunterbringung klingt vielleicht komfortabel, ist aber in Wirklichkeit alles andere als familiengerecht“, kritisiert Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Hotelunterbringung heißt, dass durchschnittlich drei und bis fünf Familienmitglieder in einem Zimmer leben müssen, ohne dass es dafür eine Mindestgröße gäbe. In einigen Hotels gibt es nicht einmal eine Gemeinschaftsküche. Wie soll da eine Selbstversorgung der Familien funktionieren oder gar eine altersgerechte Ernährung von Kindern und Babys?“ Deshalb fordert die Fraktion DIE LINKE in der heutigen Bürgerschaftssitzung Mindeststandards für die Unterbringung von Familien in Hotels, solange diese nicht vollständig durch angemessene Alternativen ersetzt werden kann.

Konkret fordert die Fraktion in ihrem Antrag (Drs. 20/11605) abgeschlossene Wohneinheiten mit eigenen sanitären Anlagen und eigener Küche, getrennte Schlafräume für Eltern und Kinder sowie eine Wohnfläche von mindestens 15 m² pro Person. „Diese Mindeststandards orientieren sich an den fachlichen Vorgaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und sollen auch für alle anderen Arten der öffentlichen Unterbringung von Familien gelten“, erläutert Özdemir. „Denn weitere 700 Familien in Hamburg leben aktuell in Gemeinschaftsunterkünften, in denen sanitäre Anlagen und Küchen gemeinsam genutzt werden müssen.“ Sie verweist darauf, dass die Stadt beispielsweise für eine fünfköpfige Familie 25 Euro pro Tag und Person zahlt – das Hotel erhält 3750 Euro im Monat und muss dafür nicht einmal eine Kochgelegenheit bereitstellen. „Mit diesem Geld könnte auch eine familiengerechte Unterbringung in Wohnungen organisiert werden“, so die Sozialpolitikerin.

Mit ihrem Antrag fordert die Fraktion den Senat weiterhin dazu auf, den Wohnungsverlust von Familien deutlich effektiver als bisher anzugehen, damit diese erst gar nicht in der öffentlichen Unterbringung landen.

Den Antrag der Fraktion DIE LINKE finden Sie im Anhang dieser Mitteilung.