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31. Juli 2013 Bürgerschaftsfraktion, Kersten Artus

Kersten Artus: Betäubungsmittel sind keine Antwort auf soziale Spaltung!

© CC BY-SA 3.0: http://pool.nursingwiki.org/wiki/User:Würfel

Einer Meldung des Verbands der Ersatzkassen zufolge werden in keinem Bundesland Schulkindern so viele ADHS-Medikamente verschrieben wie in Hamburg. Rund 5000 gesetzlich versicherte Hamburger Kinder und Jugendliche schlucken demnach täglich das verschreibungspflichtige Betäubungsmittel Methylphenidat (Ritalin), die Verordnungsrate liege damit in Hamburg rund 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. „Das finden nicht nur die Ersatzkassen sehr besorgniserregend, sondern auch wir“, erklärt dazu Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Solche Medikamente sollten wirklich nur das letzte Mittel bei der Therapie von Verhaltensauffälligkeiten sein und nicht so zügellos verschrieben werden, wie es in Hamburg der Fall ist.“ Eine besondere Brisanz bekommt dieser Sachverhalt dadurch, dass insbesondere in den sozial benachteiligten Stadtteilen der Hansestadt Entwicklungsstörungen auftreten und dann mit Betäubungsmitteln behandelt werden.

Artus weist darauf hin, dass sie bereits seit Jahren das Auftreten von Entwicklungsstörungen wie einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen und hyperkinetischen Störungen des Sozialverhaltens in Hamburg beobachtet, so mit den Anfragen 19/6864 und 20/986. „Seit Jahren ist unsere Beobachtung, dass die Entwicklung der Kinder dort besonders beeinträchtigt ist, wo die Eltern nur geringe oder sehr geringe Einkommen haben. Fehlende Sport-, Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten in den benachteiligten Vierteln tragen mit dazu bei. Und diese Situation wird sich mit dem Kürzungshaushalt des Senats wohl leider noch weiter verschärfen“, fürchtet die Fachabgeordnete. „Hamburg ist eine sozial tief gespaltene Stadt, das lässt sich gerade bei den Entwicklungsstörungen der Schulkinder beobachten. Die Vergabe von Betäubungsmitteln kann da aber nicht die richtige Antwort sein.“

Artus kündigte an, dieses Thema auch in ihrer demnächst einzureichenden Großen Anfrage „Kinder- und Jugendgesundheit in Hamburg“ ausführlich zu beleuchten. Die Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn wird die Problematik für die nächste Sitzung des Schulausschusses auf die Tagesordnung setzen lassen.