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16. Mai 2008 Bürgerschaftsfraktion

Keine Hauptschule – aber wie?

„Der beste Satz aus dem Koalitionsvertrag von CDU und GAL ist, dass es ab dem Schuljahr 2008/2009 keine isolierten Hauptschulklassen mehr geben soll“, so Dora Heyenn, Bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Es gibt jedoch Schwierigkeiten diese Absichtserklärungen in praktische Politik umzusetzen.

Bislang sind die Schulen mehr verunsichert als erleichtert, von Begeisterung ist mancherorts nichts zu spüren. Wer sich im Schulbetrieb auskennt, weiß, dass die Planungen für das neue Schuljahr bereits jetzt auf Hochtouren laufen. Durch die eigenverantwortliche Schule müssen die Lehrkräfte, die zusätzlich benötigt werden, eingeworben werden.

Die Schulleitungen arbeiten nach der Vorgabe „Nichts Genaues weiß man nicht“. Unklar ist:

  • wie hoch die Klassenfrequenzen der integrierten Haupt- und Realschulklassen sein werden?
  • ob nicht durch die Wahl der zweiten Fremdsprache durch die Hintertür wieder Hauptschulklassen entstehen?
  • was aus dem Praxislerntag der Hauptschule wird. Wird er gestrichen oder wird er jetzt auch für die Realschulklassen verbindlich?
  • die inhaltliche Ausgestaltung der 7. Klassen.
  • die Dauer der Hauptschule.
  • die Ausgestaltung der Prüfungsordnungen.

Schule ist das Spiegelbild der Gesellschaft. Wer meint, dass durch die Abschaffung der Hauptschule alle Probleme der Jugendlichen, die lernschwach sind, gelöst werden, der irrt. Ausbildungsplätze werden vorzugsweise an Abiturienten und gute Realschüler vergeben, alle anderen haben nur geringe Chancen, wie die Erfahrungen des letzten Jahrzehnts zeigen. Deshalb muss parallel zu dieser Reform dringend ein Konzept auf den Tisch, das die Zukunftschancen aller Jugendlichen sicher stellt.

DIE LINKE fordert deshalb eine Ausbildungsplatzumlage, damit alle Mädchen und Jungen, die die Schule verlassen, eine Chance für den Start ins Berufsleben bekommen.