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27. März 2015 Dora Heyenn

Kein Grund zum Feiern oder wie in 25 Jahren 50 verstreichen!

Im Jahre 1990 hat der damalige Senat „Berufliche Schulen in Hamburg. 150 Jahre staatlich“ gefeiert, jetzt, 25 Jahre später, will der Senat schon wieder „150 Jahre staatliche berufsbildende Schulen in Hamburg“ feiern. Dora Heyenn, fraktionslose Abgeordnete der LINKEN in der Hamburgischen Bürgerschaft und im Schulausschuss, hat zur Aufklärung  dieser Ungereimtheiten zwei Anfragen an den Senat gerichtet (siehe Drs. 20-14597 und 20-14633).

In der Antwort führt der Senat aus, dass die Feierlichkeiten im Jahre 1990 eigentlich 125-Jahr-Feiern gewesen seien – eigentlich!
Dagegen heißt es in der Festschrift zur 150-Jahr-Feier im Jahre 1990 (S. 3):

„Da im Jahr 1965 das 100jährige Bestehen der staatlichen Beruflichen Schulen in Veranstaltungen und einer Veröffentlichung gewürdigt wurde, bedarf es einer Erklärung, wie in 25 Jahren 50 Jahre verstreichen. Damals wurden die erst seit den dreißiger Jahren zu Hamburg gehörenden Teile der Stadt nicht näher betrachtet. Richtig ist, jedoch, dass bereits am 16. November 1838 der Magistrat der Stadt Harburg beschlossen hat, eine Gewerbeschule zu errichten. Der Aufbau wurde am 11. Mai 1840 abgeschlossen. Träger waren die Stadt Harburg und das Königreich Hannover.“

Dazu erklärt Dora Heyenn: „Man kann dies als lustige Hamburgensie abtun. Aber es steckt wohl mehr dahinter: Offenbar will der Senat (sich) gern feiern. Da machen sich runde 150 Jahre besser. Nun werden wir wahrscheinlich bei den Feierlichkeiten zu hören bekommen, was der Senat alles Gute in der Berufsbildung getan hat. Gebracht haben aber die bisherigen Maßnahmen wie Berufsorientierung, Jugendberufsagenturen und Ausbildungs- vorbereitung für die Hamburger Jugendlichen bisher  wenig. Nach wie vor bekommen über 60 % der SchulabgängerInnen nach Klasse 10 keinen Ausbildungsplatz.
Das ist kein Grund zum Feiern.
Statt Zeit und Steuergelder in pompöse Feierlichkeiten zu vergeuden, sollte der Senat sie besser für  Maßnahmen einsetzen, die Jugendlichen eine berufliche Perspektive bieten. Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz zählt."