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14. September 2014 Bürgerschaftsfraktion

Jugendliche im Visier des Dschihadismus: Familien brauchen dringend Beratung und Hilfsangebote

© S. Hofschläger / pixelio.de

Die Berichte aus den Stadtteilen sind alarmierend: Nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Minderjährige in Hamburg sind radikalislamistischen Einflüssen ausgesetzt. Nach Informationen der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE werden Jugendliche und junge Erwachsene gezielt von islamistischen Extremisten angesprochen und angeworben. Mehrere Dutzend Hamburger kämpfen bereits an der Seite der Terrormiliz IS im Irak und in Syrien. Immer mehr Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund haben nun Angst, dass auch ihre Kinder sich terroristischen Gruppen anschließen und untertauchen könnten und sind auf der Suche nach Hilfsangeboten.

Auf eine Anfrage der Linksfraktion (Drs. 20/12924, siehe Anlage) gab der Senat nun an, von dieser Gefahr zu wissen – unter anderem weil eine minderjährige Betroffene zeitweise in einer städtischen Einrichtung untergebracht war. Doch eine Strategie oder gar ein Konzept, um die Kinder zu schützen, fehlt bisher. Im Gegenteil zeigen gerade jetzt die Sparmaßnahmen des Senats bei der Kinder- und Jugendarbeit ihre fatale Wirkung: Initiativen, Beratungsstellen und Treffs in den betroffenen Stadtteilen fehlen die Mittel, um sich der bedrohten Jugendlichen in besonderer Weise anzunehmen. Dabei wären gerade jetzt Anlaufstellen vor Ort, Straßensozialarbeiter/innen und Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vonnöten, um ein Abrutschen in die islamistische Szene zu verhindern.

Cansu Özdemir, integrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Unsere Anfrage hat deutlich gemacht, dass der Senat das Thema entgegen seiner Verlautbarungen verschleppt. Es kann nicht sein, dass er mit Verweis auf eine Bremer Beratungsstelle oder einer Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge seine eigene Untätigkeit begründet, zumal die zuständige Beratungsstelle in Bremen nach eigenen Angaben überlastet ist. Familien, deren Kinder sich zunehmend radikalisieren, sind verzweifelt und brauchen dringend Unterstützung. Ich fordere den Senat auf, nicht länger zuzuschauen, sondern ein spezialisiertes Beratungsnetzwerk für die Eltern und Familienangehörigen einzurichten.“

Mehmet Yildiz, jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion kritisiert, dass der Senat den Minderjährigen und jungen Erwachsenen keine angemessenen Angebote unterbreitet: „Es ist ein Skandal, dass der Senat dieses komplexe Thema an Erziehungsberatungsstellen, Schulleitungen oder Mitarbeiter/innen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit abschiebt. Wir fordern den Senat auf, neben einer zentralen Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige vor allem Angebote vor Ort in den Stadtteilen zu schaffen. Die Untätigkeit des Senates führt im schlimmsten Fall dazu, dass Hamburger Jugendliche in Krisenherden von Banden wie IS verheizt werden.“

Dateien:
20-12924.pdf86 K