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25. Juni 2013 Bürgerschaftsfraktion

„Jugendliche brauchen Vorbilder, keine erhobenen Zeigefinger“

By TrafficJan82 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Nach der heute vom Senat veröffentlichten Schüler- und Lehrerbefragung zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) steigt das Einstiegsalter für den Erstkonsum von Alkohol, Nikotin und Cannabis an. „Der gesellschaftliche Wandel hin zu einem Alltag ohne Zigarette befördert auch bei Jugendlichen das Nichtrauchen. Das ist ein großer gesundheitspolitischer Erfolg, reicht aber noch nicht aus“, erklärt dazu Kersten Artus, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Eine moderne Präventionspolitik muss sich danach ausrichten, in welchen Milieus überproportional geraucht wird, um gezielt aufzuklären.“

Weiterhin problematisch ist nach den Worten von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks der Konsum von Alkohol der Über-16-Jährigen. Das Gift Ethanol wird nach wie vor unterschätzt, erläutert Artus: „Hier haben nicht nur alle Präventionsansätze versagt, es gibt auch keine erwachsenen Vorbilder. Wer wirksam gegen den Missbrauch von Alltagsdrogen vorgehen will, muss aber aufklären und Vorbild sein.“ Immer noch gelte als spießig und spaßbefreit, wer nicht trinke. Wir benötigen vor allem eine sachliche Aufklärung über die Gefahren des Alkohols in den Schulen und auch unter den Eltern“, fordert die Gesundheitspolitikerin daher.

Der weiterhin auf niedrigem Niveau stagnierende Cannabis-Konsum ist für Kersten Artus keinen Anlass zur Skandalisierung: „Es gehört außerdem zum Erwachsenenwerden dazu, Drogen auszuprobieren. Für akute und potenzielle Missbrauchsfälle müssen umfassende Beratungs- und Hilfsangebote sowie verbindliche Aufklärungssequenzen im Unterricht bereitstehen. Aber solange die einen Drogen als illegal tituliert werden, andere aber nicht, wird es kein vernünftiges, voll wirksames Konzept gegen gesundheitsschädlichen Missbrauch von Suchtmitteln geben.“ Kinder und Jugendliche müssten ohne Zeigefinger- und Strafpolitik befähigt werden, den eigenen Missbrauch zu erkennen, so die Fachabgeordnete.